Arrow 3: Bundeswehr aktiviert erste Stufe ihres neuen Raketenschilds

Bild: Titelbild: US Navy News Service

Auf dem Luftwaffenstützpunkt Schönewalde/Holzdorf soll eine wichtige Lücke in der deutschen Luftverteidigung geschlossen werden. Am Mittwoch nimmt das Raketenabwehrsystem Arrow 3 dort die erste Betriebsstufe auf, zudem ist die Stationierung von Chinook-Transporthubschraubern in Planung.

Der Standort an der Grenze zwischen Brandenburg und Sachsen-Anhalt wird derzeit umfassend modernisiert und zu einem zentralen militärischen Knotenpunkt ausgebaut. Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) betonte, man liege beim Ausbau der Verteidigungsfähigkeit im vorgesehenen Zeitrahmen. Die Aktivierung der ersten Stufe des Arrow-3-Systems sei ein bedeutender Fortschritt – sowohl für die deutsche als auch für die NATO-Luftverteidigung.

Bild: Bundeswehr/C3

Das israelische Abwehrsystem Arrow 3 ist darauf ausgelegt, anfliegende Raketen in großer Höhe zu zerstören und soll bis 2030 vollständig einsatzfähig sein. Mit ihm erhält die Bundeswehr erstmals die Möglichkeit, ballistische Raketen bereits außerhalb der Erdatmosphäre frühzeitig zu erkennen und zu bekämpfen. Die Anschaffung erfolgt als Reaktion auf die Bedrohung durch Russland und soll eine bisher bestehende Verteidigungslücke schließen.

Ausbau des Luftwaffenstützpunkt Fliegerhorst Holzdorf

Bild: Bundeswehr/Michelle Kutz

Auch die Vorbereitungen für die Verlegung der neuen Schwerlasthubschrauber vom Typ Chinook verlaufen laut Woidke nach Plan. Von den 60 bestellten Maschinen sollen 47 in Holzdorf stationiert werden. Aktuell arbeiten dort rund 2.000 Soldatinnen, Soldaten und Zivilbeschäftigte; langfristig soll die Personalstärke um etwa 700 Personen steigen.

Für den Ausbau des Standorts werden rund 700 Millionen Euro eingeplant. Die umfangreichsten Baumaßnahmen betreffen dabei neue Hallen für Wartung und Abstellung von Luftfahrzeugen. Der Fliegerhorst erstreckt sich hauptsächlich über den Süden Brandenburgs, ein kleiner Teil liegt in Sachsen-Anhalt.

Der Standort war in der Vergangenheit mehrfach von einer Schließung bedroht, zuletzt vor rund 13 Jahren. Mit der nun getroffenen Entscheidung zum Ausbau gilt er langfristig als gesichert. Bislang sind dort unter anderem ältere CH-53-Transporthubschrauber untergebracht, die für Truppen- und Materialtransporte sowie für Sonderaufgaben genutzt werden.

Titelbild: US Navy News Service

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