Bild: Martin Corporation/Todd R. McQueen
Die Luftwaffe beschafft bis 2030 als Ersatz für die Tornados 35 Flugzeuge des Kampfflugzeugtyps Lockheed Martin F-35 Lightning ll (F-35 A), um im Ernstfall die nukleare Teilhabe zu ermöglichen.

Der erste F-35A-Kampfjet des US-Flugzeugbauers Lockheed Martin ist am 18. September 2026 offiziell der Bundeswehr übergeben worden. Im Rahmen eines feierlichen Rollouts nahm Verteidigungsminister Boris Pistorius das Kampfflugzeug des Typs F-35A Lightning II in Fort Worth, Texas, vom Hersteller Lockheed Martin entgegen. Pistorius sprach dabei vom Beginn einer „neuen Ära“ für die Luftwaffe.

„Dieser Moment ist mehr als die Übergabe eines innovativen Flugzeugs“, sagte der Minister bei der Zeremonie. „Es ist der lebende Beweis für die Kraft transatlantischer Partnerschaft und erfolgreicher Kooperation zwischen Deutschland und den USA.“ Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine habe die transatlantische Sicherheit radikal verändert.

Der Kampfjet F-35A ist aktuell das fortschrittlichste Kampfflugzeug der Welt und soll auch bald in dem Repertoire der Luftwaffe zu finden sein. Bild: Martin Corporation/Liz Lutz

Zwischen Auftragserteilung und Übernahme der ersten Maschine lagen lediglich vier Jahre. Insgesamt erhält die Luftwaffe 35 F-35A – eine Entscheidung, die 2022 getroffen wurde. Die volle Einsatzbereitschaft soll die Bundeswehr 2029 erreichen.

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Zunächst Pilotenausbildung in den USA

Die ersten acht Maschinen werden ab diesem Herbst zur Pilotenausbildung an die Ebbing Air National Guard Base in Arkansas geliefert; sie sind vorgesehen, zur Ausbildung in den USA zu verbleiben. In Deutschland sollen die ersten F-35 Ende 2027 eintreffen. Dort werden sie den Tornado ablösen und künftig Deutschlands nukleare Teilhabe in der NATO gewährleisten.

Die F-35A-Flotte soll auf dem Luftwaffenstützpunkt Büchel in der Eifel stationiert werden. Dafür muss die Infrastruktur des NATO-Flugplatzes angepasst werden – unter anderem für die Wartung und Instandsetzung der modernen Jets. Hohe Sicherheitsauflagen müssen erfüllt und Abläufe digitalisiert werden. Ein neues Verfahren mit paralleler Planung und Umsetzung habe die planmäßige Fertigstellung ermöglicht: 2027 werde die Infrastruktur für den Flugbetrieb stehen. Dafür seien rund zwei Milliarden Euro investiert worden.

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Wegen ihrer besonderen Fähigkeiten sei die F-35A „Sensor und Schaltzentrale im Luftkrieg von morgen“, erklärte Pistorius. Dazu gehöre das Erfassen großer Datenmengen in Echtzeit, um ein Lagebild für sogenannte Multi-Domain-Operations über mehrere militärische Dimensionen hinweg zu erhalten. Die F-35A kann zudem mit unbemannten Luftfahrzeugen zusammenwirken (Manned-Unmanned-Teaming).

Die Vielfalt der Fähigkeiten des Kampfjets betonte auch der Inspekteur der Luftwaffe, Generalleutnant Holger Neumann, bei der Übergabe in Texas: „Die erste F-35A wird unsere Art zu trainieren, zu handeln und zu kämpfen entscheidend verändern.“

Deutsche Industrie in der Lieferkette – hohes Beschaffungsvolumen

Rheinmetall fertigt die Rumpfmittelteile der Maschine. „Damit holen wir Know-how und industrielle Wertschöpfung nach Deutschland“, betonte Pistorius. „Zugleich sind wir auch Teil der globalen Lieferkette.“ Nach Angaben von Lockheed Martin ist die deutsche Industrie seit Beginn des F-35-Programms im Jahr 2001 daran beteiligt.

Pistorius verwies auf das erhebliche Finanzvolumen der deutschen Rüstungskäufe in den USA: Allein die vier Beschaffungsvorhaben F-35, CH-47, P-8 und Patriot stünden für mehr als 30 Milliarden US-Dollar; zusammen mit weiteren Projekten summiere sich das Beschaffungsvolumen auf 50 Milliarden US-Dollar.

Ab 2030 soll das Kampfflugzeug den Tornado als Kernwaffenträger ersetzen und die Rolle der nuklearen Teilhabe wahrnehmen. Weltweit sind nach Angaben von Lockheed Martin derzeit mehr als 1.355 F-35 im Einsatz; die Flotte hat insgesamt mehr als eine Million Flugstunden absolviert. Das Flugzeug wird von 42 Stützpunkten weltweit betrieben, darunter in zwölf Ländern, die es auf eigenem Staatsgebiet einsetzen.

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