Kampfpanzer Leopard

Der Leopard 2 ist der Kampfpanzer des Deutschen Heeres und das vielleicht bekannteste Waffensystem der Bundeswehr. Feuerkraft, Schutz und Mobilität – kein anderes Waffensystem verbindet diese drei Eigenschaften so wirkungsvoll wie der Kampfpanzer, und seit 1965 prägt der Leopard in dieser Rolle die Panzertruppe. Ob Leopard 1 oder Leopard 2 – die Kampfpanzer wurden dabei ständig weiterentwickelt.

Überblick und Einordnung

Der Kampfpanzer Leopard, nach Einführung des Nachfolgers rückwirkend als Leopard 1 bezeichnet, ist ein Hauptkampfpanzer, der von Porsche entworfen und von Krauss-Maffei in der Bundesrepublik Deutschland gefertigt wurde; er trat 1965 erstmals in Dienst. Der Leopard 2 ist ein Hauptkampfpanzer der dritten Generation, ebenfalls von Krauss-Maffei entwickelt; er wurde in den 1970er-Jahren entwickelt, trat 1979 in Dienst und löste den Leopard 1 als Hauptkampfpanzer der Bundeswehr ab. Neben Deutschland nutzen ihn mindestens 14 weitere Nationen in verschiedenen, angepassten Varianten.

Am 1. Oktober 1963 erfolgte die offizielle Namensgebung „Leopard“, was den Kampfpanzer zum ersten Gefechtsfahrzeug mit einem Tiernamen in der Geschichte der Bundeswehr macht. Hauptaufgabe des Kampfpanzers Leopard 2 als Waffensystem der Panzertruppe der Bundeswehr ist die Bekämpfung gegnerischer Panzer. Der Leopard 1 kam in insgesamt zwölf Staaten auf vier verschiedenen Kontinenten zum Einsatz.

Entwicklung und Geschichte

Die Geschichte des Leopard-Kampfpanzers reicht bis in die späten 1950er-Jahre zurück und umfasst zwei grundlegend verschiedene Fahrzeuggenerationen, die beide bei Krauss-Maffei in München entwickelt und produziert wurden. Beide Baureihen wurden während ihrer Nutzungszeit durch die Bundeswehr kontinuierlich modernisiert.

Leopard 1: Entstehung und Entwicklung

Das Leopard-Projekt begann im November 1956 mit dem Ziel, einen modernen Panzer – den „Standard-Panzer“ – zu entwickeln, der die Bundeswehr-Panzer amerikanischer Bauart M47 und M48 Patton ersetzen sollte, die, obwohl gerade erst geliefert, rasch veralteten. Die Hauptbewaffnung des Leopard besteht aus einer in Deutschland in Lizenz gefertigten britischen Royal-Ordnance-L7-105-mm-Kanone mit Zügen und Feldern. Das Konzept entstand als Gemeinschaftsprojekt zwischen der Bundesrepublik und Frankreich in den 1950er-Jahren, zu dem sich zeitweise auch Italien gesellte, doch endete die Partnerschaft kurz darauf; der endgültige Entwurf wurde von der Bundeswehr bestellt. An der Entwicklung der ersten Prototypen waren mehrere deutsche Unternehmen beteiligt, etwa die Porsche KG und Rheinmetall, die bis 1963 die Entwicklungsarbeiten abgeschlossen hatten. Aufgrund unterschiedlicher Bedarfe und Finanzierungsproblemen zog sich Frankreich 1963 aus dem Projekt zurück. Trotz dieses Rückschlags setzte die Bundesrepublik dieses zentrale Rüstungsprojekt national fort und beauftragte nach der Produktion der Vorserienfahrzeuge (0-Serie) Krauss-Maffei als Generalauftragnehmer mit der Serienproduktion.

Bei Krauss-Maffei in München fand am 9. September 1965 durch Verteidigungsminister Kai-Uwe von Hassel die offizielle Übergabe des ersten Serienmodells an die 4. Kompanie des Panzerlehrbataillons 93 statt. Damit war der Leopard 1 der erste Panzer, der nach dem Zweiten Weltkrieg in der Bundesrepublik konzipiert und produziert wurde. Zwischen September 1965 und Februar 1970 wurden in vier Baulosen insgesamt 1.845 Leopard-1-Kampfpanzer für die Bundeswehr gefertigt. Ein fünftes und sechstes Baulos folgten in den 1970er-Jahren.

Entwickelt in einer Ära, in der Hohlladungsgeschosse (HEAT) schwere konventionelle Panzerung für wenig wirksam hielten, setzte der Leopard-Entwurf auf effektive Feuerkraft und Mobilität statt auf schwere Schutzpanzerung. Er verfügte über eine moderate Panzerung, die lediglich gegen kleinkalibriges Schnellfeuer und schwere Maschinengewehre wirksam war, besaß dafür aber ein hohes Leistungsgewicht. Dies verlieh dem Leopard zusammen mit einer modernen Federung und dem Antriebsstrang überlegene Mobilität und Geländegängigkeit im Vergleich zu den meisten anderen Hauptkampfpanzern seiner Zeit.

Insgesamt wurden 6.485 Leopard-Panzer gebaut, davon 4.744 Kampfpanzer und 1.741 Hilfs- und Flugabwehrvarianten, ohne 80 Prototypen und Vorserienfahrzeuge. Der Leopard wurde rasch zum Standard vieler europäischer Streitkräfte und diente schließlich in mehr als einem Dutzend Ländern weltweit als Hauptkampfpanzer, wobei die Bundesrepublik Deutschland, Italien und die Niederlande die größten Nutzer bis zur Ausmusterung waren. Der Leopard wurde bald von einer Reihe von NATO-Mitgliedern und anderen Verbündeten gekauft, darunter Belgien (1968), die Niederlande (1969), Norwegen (1970), Italien (1971), Dänemark (1976), Australien (1976), Kanada (1978), die Türkei (1980) und Griechenland (1981). Seit 1990 wurde der Leopard 1 in den meisten Armeen schrittweise auf Nebenrollen beschränkt. In der Bundeswehr wurde der Leopard 1 im Jahr 2003 vollständig durch den Leopard 2 abgelöst, während Fahrzeuge auf Basis des Leopard-1-Fahrgestells weiterhin in Hilfsfunktionen eingesetzt werden.

Leopard 2: Entstehung und Entwicklung

Die Ursprünge des Leopard-2-Kampfpanzers gehen bis auf das Jahr 1963 zurück. Damals schloss die Bundesrepublik ein Abkommen mit den USA, um einen gemeinsamen Panzer zu entwickeln, der in der Bundeswehr die US-amerikanischen M48 ablösen sollte und in der US-Armee den M60. Das Projekt lief unter dem Namen Kampfpanzer 70, bis es 1970 aufgrund explodierender Kosten sowie technischer Schwierigkeiten eingestellt wurde. Bereits 1967 war fraglich geworden, ob der MBT-70 jemals in Dienst gestellt werden würde. Daher erteilte die westdeutsche Regierung 1967 dem Unternehmen Porsche den Auftrag, künftige Aufrüstungsoptionen für den Leopard 1 zu erforschen. Diese Studie trug den Namen „Vergoldeter Leopard“. Unter Rückgriff auf die bis dahin gewonnenen Erkenntnisse setzte die Bundesrepublik das Projekt unter dem Namen Leopard 2 national fort; Generalunternehmer wurde Krauss-Maffei Wehrtechnik.

Im Jahr 1971 wurde der Name des Entwurfs als Leopard 2 festgelegt, wobei der ursprüngliche Leopard rückwirkend zur Leopard 1 wurde. Im Mai 1978 stellte Krauss-Maffei der Öffentlichkeit den Leopard 2 vor; mit seiner 120-Millimeter-Glattrohrkanone vom Typ L44 besaß er deutlich mehr Feuerkraft als der Leopard 1. Nach der Erprobung vieler Prototypen konnte am 25. Oktober 1979 das erste Serienfahrzeug des Leopard 2 an die Bundeswehr übergeben werden. Der komplett neu entwickelte Kampfpanzer hatte bis auf den Namen keine Ähnlichkeit mit dem Leopard 1.

In acht Baulosen lieferte Krauss-Maffei zwischen Oktober 1979 und März 1992 insgesamt 2.125 Kampfpanzer Leopard 2 an die Bundeswehr. Insgesamt kaufte die Bundeswehr 2.125 Kampfpanzer Leopard 2 A4. Mit Ende des Kalten Krieges wurde die Flotte deutlich reduziert. Die verbliebenen Fahrzeuge wurden ständig modernisiert. Beim A8 handelt es sich um einen kompletten Neubau, denn seit 1992 wurden keine Leopard-2-Kampfpanzer mehr für die Truppe produziert. Stattdessen hat man die bestehende Flotte stetig modernisiert – zuletzt auf den Rüststand Leopard 2 A7A1.

Technik und technische Daten

Leopard 1 und Leopard 2 unterscheiden sich in Konzept und Technik grundlegend voneinander. Während der Leopard 1 auf Mobilität und Feuerkraft bei moderatem Gewicht setzte, vereint der Leopard 2 als Panzer der dritten Generation schwere Verbundpanzerung, eine 120-mm-Glattrohrkanone und hohe Beweglichkeit in einem Fahrzeug.

Leopard 1

Das Ergebnis der Entwicklung war ein moderner Kampfpanzer mit einer 105-Millimeter-Kanone. Die britische Kanone vom Typ L7 A3 hat Züge und Felder, die dem Geschoss einen Drall versetzen und so die Flugbahn stabilisieren. Nachteilig an dieser Konstruktion ist die schlechtere Abdichtung zwischen Geschoss und Rohrwand, weshalb im Vergleich zu modernen Glattrohrkanonen weniger hohe Gasdrücke und damit Geschossgeschwindigkeiten erreicht werden können. Eine stabilisierte Waffenanlage, kombiniert mit dieser 105-Millimeter-Kanone, verlieh dem Kampfpanzer Leopard 1 beim Schießen auch während der Fahrt eine hohe Präzision. Bedient wurde der etwa 9,5 Meter lange (Kanone auf zwölf Uhr gerichtet), 3,2 Meter breite und 2,4 Meter hohe Leopard 1 von einer vierköpfigen Besatzung, bestehend aus dem Kommandanten, dem Richtschützen, dem Ladeschützen sowie dem Kraftfahrer.

MerkmalAngabe
HerstellerKrauss-Maffei, München
Indienststellung9. September 1965
Länge (Kanone 12 Uhr)ca. 9,5 m
Breiteca. 3,2 m
Höheca. 2,4 m
Hauptbewaffnung105-mm-Kanone Typ L7 A3 (Lizenz Royal Ordnance)
Sekundärbewaffnung2 × MG 3 (koaxial und Fliegerabwehr)
Besatzung4 Soldaten (Kommandant, Richtschütze, Ladeschütze, Fahrer)
AntriebMTU MB 838 CaM 500 Mehrstoffmotor
Ausmusterung Bundeswehr2003

Leopard 2

Feuerkraft, Panzerschutz und Beweglichkeit machen seine Schlagkraft aus; 1.500 Pferdestärken beschleunigen den 60-Tonnen-Koloss auf knapp 70 Stundenkilometer. Die Hauptbewaffnung aller Leopard-2-Panzer ist eine von Rheinmetall gefertigte 120-mm-Glattrohrkanone; sie wird mit einem digitalen Feuerleitcomputer, einem Laserentfernungsmesser und fortschrittlicher Nachtsichtausstattung betrieben. Der Antrieb erfolgt durch einen V12-Biturbo-Dieselmotor von MTU Friedrichshafen. Der Leopard 2 ist mit einer rund 6,6 Meter langen Glattrohrkanone im Kaliber 120 Millimeter bewaffnet. Die im Gegensatz zu Kanonen mit gezogenen Läufen fehlenden Züge und Felder ermöglichen eine höhere Geschossgeschwindigkeit.

Im Vergleich zum Leopard 1 war der Leopard 2 damit deutlich leistungsstärker, aber auch etwas größer geworden; so war er in seiner Ursprungsversion etwa 9,6 Meter lang, 3,7 Meter breit und 2,7 Meter hoch. Hinten in der rechten Kettenschulter befindet sich ein Stromgenerator für die motorunabhängige Stromversorgung der Bordsysteme. Mit den 20 kW Nennleistung kann der Turm auch im Stand uneingeschränkt genutzt werden. Die einteilige, mehr als 20 Kilogramm schwere Patronenmunition ist teils in der Panzerwanne, teils in einem Munitionsbunker im Turm verstaut. Je nach Variante hat der Panzer zwischen 37 und 42 Schuss an Bord.

Wie andere Kampfpanzer kann auch der Leopard 2 Gewässer ohne Hilfe von Pioniertechnik durchqueren. Bis 1,20 Meter Wassertiefe ist er ohne Aufbauten oder Vorbereitungen watfähig. Mit dem mitgeführten faltbaren Tiefwatschacht steigt seine Tiefwatfähigkeit auf 2,25 Meter; durch einen dreiteiligen starren, nicht mitgeführten Unterwasserfahrschacht ist er bis zu einer Wassertiefe von 4 Metern unterwasserfahrfähig.

MerkmalAngabe
HerstellerKrauss-Maffei Wegmann (KMW) / KNDS, München
Indienststellung25. Oktober 1979
Länge (Ursprungsversion)ca. 9,6 m
Breite (Ursprungsversion)ca. 3,7 m
Höhe (Ursprungsversion)ca. 2,7 m
Kampfgewicht (A7V)63,9 Tonnen
Hauptbewaffnung120-mm-Glattrohrkanone Rheinmetall (L44 bzw. L55 / L55 A1)
Rohrlänge (L55-Kanone)130 cm länger als L44
Sekundärbewaffnung2 × MG 3 (koaxial und Fliegerabwehr), Mehrfachwurfanlage (Nebel)
Munitionsvorrat37–42 Schuss (je nach Variante)
Besatzung4 (Kommandant, Richtschütze, Ladeschütze, Fahrer)
AntriebMTU MB 873 Ka-501, V12-Biturbo-Diesel, 1.500 PS
Höchstgeschwindigkeitbis zu 68 km/h (A7V: bis zu 63 km/h)
Maximale Kampfentfernung5.000 m
Wattiefe (ohne Vorbereitung)1,20 m
Tiefwattiefe (mit Schacht)2,25 m
Unterwasserfahrtiefebis zu 4 m (mit Zusatzausrüstung)
Hilfsaggregat20 kW Stromgenerator (motorunabhängig)
Nachtkampffähigkeitvollständig (Wärmebildgerät der 3. Generation, Laserentfernungsmesser)

Seine Hauptwaffe ist eine 120-Millimeter-Glattrohrkanone. Damit kann der Leopard Ziele in einer Entfernung von mehreren tausend Metern stehend und fahrend bekämpfen; seine maximale Kampfentfernung beträgt 5.000 Meter. Die Waffenanlage ist voll stabilisiert, sodass der Leopard 2 auch aus der Bewegung heraus Ziele treffen kann. Kommandantin oder Kommandant ist für die Führung des Panzers verantwortlich, klärt über das unabhängig vom Turm drehbare Periskop mit Wärmebildkamera Ziele auf und weist sie dem Richtschützen zu. Der Richtschütze bekämpft durch Drehen des Turms und Ausrichten des Geschützes gegnerische Ziele. Dazu visiert er sie über seine Optik an; der Feuerleitrechner bestimmt selbstständig mittels eines Laserentfernungsmessers alle zum Treffen nötigen Parameter.

Als Sekundärbewaffnung dienen ein rohrparalleles koaxiales Maschinengewehr, ein Maschinengewehr zur Fliegerabwehr neben der Einstiegsluke des Ladeschützen sowie eine Mehrfachwurfanlage mit 2 × 8 Wurfbechern seitlich am Turm zum Verschießen von Nebelwurfkörpern für den Selbstschutz. Gegen leicht gepanzerte Ziele oder Infanteristen wird eine Sprenggranate eingesetzt. Wo das Geschoss explodiert, kann durch den Schützen eingestellt werden, sodass auch Gegner hinter Deckungen oder in Gräben bekämpft werden können.

Varianten und Versionen

Beide Leopard-Baureihen wurden in mehreren aufeinanderfolgenden Ausführungen weiterentwickelt. Das „A“ im Namen der Leoparden steht für „Ausführung“ und dient der Unterscheidung der verschiedenen Rüststände. Die Modernisierungen umfassten dabei sowohl Feuerkraft und Schutz als auch Führungsfähigkeit und Optronik.

Leopard 1 – Versionen der Bundeswehr

Die Weiterentwicklung des Panzers erfolgte in mehreren Rüstständen, die sich im Namenszusatz A1 bis A5 ausdrücken; dabei steht das A für Ausführung. Zwei Jahre nach der Auslieferung des letzten dieser Leoparden begann die Industrie 1972 mit der Nachrüstung der bestehenden Flotte; unter anderem erhielten die Panzer eine Waffenstabilisierungsanlage, die eine Verbesserung der Zielaufklärung aus der Bewegung ermöglichte.

  • Leopard 1 (Grundversion): Erste Serienversion, ab 9. September 1965 an die Truppe übergeben. Der Leopard 1 und 1A1 hatten noch keine Waffenstabilisierungsanlage und waren daher zum Schießhalt gezwungen.
  • Leopard 1 A1 / A1A1 / A1A2: Ab 1974 wurden die ersten Kampfpanzer mit einer Waffenstabilisierungsanlage nachgerüstet. Die Variante A1 erhielt zudem optionale Kettenblenden, die für einen zusätzlichen Schutz vor Hohlladungen sorgten.
  • Leopard 1 A2: 232 Fahrzeuge – etwa zwei Drittel des fünften Bauloses – wurden mit einem aus Stahl gegossenen Turm mit zusätzlicher Panzerung gefertigt. Zudem erhielt der Fahrer eine verbesserte Optik für die Fahrt bei Nacht. Diese Panzer kamen als Leopard 1 A2 in die Truppe.
  • Leopard 1 A3: Die verbliebenen 110 Panzer des neuen Bauloses erhielten ab 1973 einen neuen Turm aus geschweißten Stahlplatten mit neuer Schottpanzerung. Durch die neue Bauart wurde der Turm im Vergleich zur eher rundlichen Silhouette der bisherigen Ausführungen deutlich kantiger, wodurch man den Leopard 1 A3 von seinen Vorgängern gut unterscheiden konnte.
  • Leopard 1 A4: Zwischen 1974 und 1976 wurde das sechste und letzte Baulos für die Serienproduktion des Leopard 1 gefertigt. In dieser Zeit entstanden 250 Fahrzeuge in der Version Leopard 1 A4, was die Gesamtflotte der Bundeswehr auf mehr als 2.400 Leopard 1 steigerte. Die Variante A4 erhielt ab Werk eine neue Feuerleitanlage.
  • Leopard 1 A5: Bis Mitte der 1980er-Jahre bildeten die Leopard 1 A1 den Großteil der Flotte. Ab 1986 wurden 1.225 von ihnen zur Variante A5 nachgerüstet und erhielten dazu eine verbesserte Feuerleitanlage sowie moderne Optiken. Hierbei griff man auf das Wärmebildgerät sowie den Entfernungsmesser des zeitgleich entwickelten Leopard 2 zurück.
  • Leopard 1 A6 (nicht realisiert): Ende der 1980er-Jahre wurde noch experimentell an der Version A6 des Leopard 1 gearbeitet, der dann mit einer 120-Millimeter-Kanone ausgestattet worden wäre. Hierzu kam es allerdings nicht mehr, weshalb mit der Variante A5 die serienmäßige Weiterentwicklung des Leopard 1 endete.

Leopard 2 – Versionen der Bundeswehr

Es gibt zwei Hauptentwicklungsstränge des Leopard 2. Der erste umfasst Panzer bis zum Standard Leopard 2 A4, die durch ihre senkrecht stehende Turmpanzerung gekennzeichnet sind. Der zweite Strang ab Leopard 2 A5 hat eine gewinkelte, pfeilförmige Zusatzpanzerung am Turm sowie weitere Verbesserungen. 1979 als Nachfolger des Leopard 1 in das Heer eingeführt, wurde der Leopard 2 in der Version A4 über die Jahrzehnte ständig modernisiert. Eine bessere Waffenanlage, höherer Panzerschutz oder leistungsfähigere Optiken – kaum etwas im Leopard 2 wurde über die Zeit nicht modernisiert und den neuen Gegebenheiten angepasst.

  • Leopard 2 A1 bis A4: In acht Baulosen lieferte Krauss-Maffei zwischen Oktober 1979 und März 1992 2.125 Kampfpanzer Leopard 2 an die Bundeswehr. Während der Produktionszeit wurden bereits einige Verbesserungen vorgenommen, woraus die Versionen A1, A2, A3 und A4 entstanden. Die Hauptänderungen umfassten vorwiegend das Baulos 2 und waren: Wegfall des Querwindsensors, Wärmebildgerät serienmäßig, einheitlicher NATO-Standard der Munitionshalterung der Hauptwaffe sowie verbesserte Fahrzeugelektrik. Dadurch verfügte die Panzertruppe Anfang der 1990er-Jahre über eine weitgehend einheitliche Leopard-2-Flotte auf dem Rüststand A4.
  • Leopard 2 A5: Im November 1995 erhielt die Truppe bereits den ersten von insgesamt 350 beauftragten Leopard 2 A5. Dieser erhielt unter anderem ein Wärmebildgerät für den Kommandanten sowie eine Rückfahrkamera für den Kraftfahrer. Die augenscheinlichste Veränderung war allerdings die neue keilförmige Zusatzpanzerung an der Turmfront.
  • Leopard 2 A6 / A6M: Während der laufenden Modernisierung von A4 auf A5 wurde eine neue Kanone beschafft: die L55-Kanone des Herstellers Rheinmetall. Das Unternehmen hatte bis dahin den Leopard 2 mit einer Kanone vom Typ L44 ausgestattet. Das neue Modell hatte ein um 130 Zentimeter längeres Rohr, welches eine höhere Reichweite und mehr Durchschlagskraft ermöglichte. Diejenigen Panzer, die mit der L55-Kanone ausgerüstet wurden, kamen als Leopard 2 A6 in die Truppe. Mit der Zunahme von Einsätzen im internationalen Krisenmanagement wurden Minen und Sprengfallen zunehmend als größere Bedrohung für Kampfpanzer eingestuft. Daher wurden einige Leopard 2 A6 unter anderem mit einer Zusatzpanzerung auf der Unterseite ausgestattet. Diese Leopard 2 A6M kamen ab 2004 in die Bundeswehr.
  • Leopard 2 A7: Zehn Jahre später, im Dezember 2014, konnte der Truppe die nächste Ausbauvariante des Leopard 2 überreicht werden. Der Leopard 2 A7 erhielt eine zusätzliche Kühlanlage für den Innenraum sowie einen Generator. Letzterer stellt ausreichend Energie für die Bordtechnik bereit, sodass das 1.500-PS-starke Hauptaggregat im Stand häufiger ausgeschaltet bleiben kann. Zudem wurden Anpassungen an den Führungs- und Informationssystemen vorgenommen, die eine bessere Vernetzung des Panzers ermöglichten.
  • Leopard 2 A7V: Mit der zunehmenden Verschlechterung der Sicherheitslage in Europa stieg der Bedarf an modernen Varianten des Leopard 2 wieder. Das V steht für verbessert – oder wie es in der Bundeswehr heißt: kampfwertgesteigert. Mit einer Verbesserung der optronischen Kameras und dem Einbau einer verbesserten Rückfahrkamera kann die Besatzung nun auch bei schlechter Sicht und Dunkelheit alles sehen. Die Sichtgeräte der dritten Generation können in einem bisher für Kampfpanzer ungewohnten Detailgrad aufklären. Das Fahrgestell ist durch ein zusätzliches Schutzmodul verstärkt worden. Die zusätzliche Panzerung am Bug härtet den Leopard gegen panzerbrechende Munition. Die 63,9 Tonnen schwere Kampfmaschine verfügt deshalb über ein stärkeres Getriebe und weitere Änderungen am Antriebsstrang. Eine digitalisierte Elektronik ermöglicht die Vernetzung mit dem Battle Management System (BMS). Das BMS ist die neue digitale Führungstechnologie auf dem Gefechtsfeld. 30 der auf Herz und Nieren getesteten Fahrzeuge wurden an das Panzerbataillon 393 nach Bad Frankenhausen geliefert. Das thüringische Bataillon wurde im Jahr 2023 Teil der Very High Readiness Joint Task Force (VJTF) der NATO. Insgesamt 104 Leopard 2 A7V sollten in den nächsten drei Jahren an die Bundeswehr übergeben werden.
  • Leopard 2 A7A1: Das abstandsaktive Schutzsystem Trophy kann mit seinen Sensoren anfliegende Panzerabwehrflugkörper erfassen und blitzschnell mit einer Sprengladung außer Gefecht setzen, noch bevor diese die Panzerung erreichen. Dieses System ist die große Besonderheit des Leopard 2 A7A1. Insgesamt 17 Stück bekommt die Truppe. Das erste Fahrzeug wird seit 2024 durch die Bundeswehr erprobt. Von außen ist diese Version gut durch die Werfereinheiten sowie die Radarmodule am Turm zu erkennen. Mit dem erstmaligen Einbau eines aktiven Schutzsystems in ein Gefechtsfahrzeug der Bundeswehr ist der Leopard 2 A7A1 ein Pionier und Wegbereiter für seinen bereits bestellten Nachfolger, den Leopard 2 A8.
  • Leopard 2 A8: Insgesamt 123 Leopard 2 A8 hat die Bundeswehr für die Panzertruppe bestellt. Das Besondere: Beim A8 handelt es sich um einen kompletten Neubau. Am 19. November 2025 wurde der Leopard 2 A8 erstmals vom Hauptauftragnehmer KNDS im Werk in München der Öffentlichkeit präsentiert. Das Trophy-System besteht aus vier Radarsensoren und zwei Werfereinheiten, die am Turm des Panzers angebracht sind. Neben Trophy, das den Schutz des Panzers und seiner Besatzung erheblich steigert, wird auch die physische Panzerung des Leopard 2 A8 im Vergleich zu seinem Vorgänger verstärkt. Bei der 120-Millimeter-Bordkanone kommt weiterhin die Kanone L55 A1 von Rheinmetall zum Einsatz. Neben der Bordkanone wird der Leopard 2 A8 über zwei Maschinengewehre im Kaliber 7,62 Millimeter verfügen; zudem wird wie bisher auch eine Nebelmittelwurfanlage verbaut. 2027 sollen die ersten neuen Leoparden in die Truppe kommen. Ziel ist, dass bis 2030 alle 123 Panzer in den Kasernen stehen. Als erstes wird die Panzerbrigade 45 in Litauen mit den neuen Fahrzeugen ausgerüstet.

Nutzung bei der Bundeswehr und Einsatz

Der Leopard 2 ist das Waffensystem der Panzertruppe des Heeres. Der Kampfpanzer Leopard in seiner aktuellsten Version 2 A7V ist für die Heeressoldatinnen und -soldaten von immenser Bedeutung. Er ist eines der wichtigsten Waffensysteme des Heeres. Seine Technologie ist auf die Landes- und Bündnisverteidigung zugeschnitten: Er vereint Schutz und Feuerkraft. Seine gepanzerte Hülle schützt die Besatzung vor feindlichem Feuer, während diese mit der Bordkanone zielsicher den Feind bekämpft. Drei Durchgänge pro Jahr mit jeweils neun Teilnehmern: Die Plätze in Munster sind rar für die Ausbildung am Leopard 2 A7V. Aus diesem Grund werden Multiplikatoren ausgebildet, die ihr Wissen in die Truppe tragen. An der Schule gepanzerte Kampftruppen in Munster wird fachkundiges Personal für den Kampfpanzer Leopard 2 A7V für den Einsatz in der Truppe ausgebildet.

Ab 12. Juni 1999 wurden 28 Leopard 2 A5 der Bundeswehr im Rahmen der Kosovo Force (KFOR) nach Kosovo verlegt. Die Fahrzeuge der Panzerbataillone 33 und 214 wurden von Nordmazedonien nach Prizren verlegt und dort für Patrouillen, den Schutz von Kontrollpunkten und Stützpunkten sowie als Machtdemonstration eingesetzt. 150 Kampfpanzer gehörten anfangs zum deutschen Kontingent. Aus dem Feldlager Prizren ging es mit ihnen auf Patrouille – ein überzeugendes Argument für die Truppen der jugoslawischen Armee, sich vertragsgemäß aus Kosovo zurückzuziehen. In der Folge des Kosovokrieges kam der Leopard 2 erstmals bei der KFOR zum Einsatz. Die NATO-Staaten Dänemark und Kanada setzten den Leopard 2 im ISAF-Einsatz in Afghanistan ein.

Mit der Wahl des Leopard 2 A6 wurde nicht die älteste, sondern eine moderne und durchsetzungsfähige Version an die Ukraine abgegeben. Der Leopard 2 A7V ist die modernste Version in der Bundeswehr und verfügt im direkten Vergleich unter anderem über eine Zusatzpanzerung sowie ein anderes Kommunikationssystem; diese Version wird bei der Truppe für die Schnelle Eingreiftruppe der NATO (VJTF) eingesetzt. Die Bundeswehr hat 18 Leopard 2 A6 an die Ukraine abgegeben. Soldatinnen und Soldaten aus Deutschland und den Niederlanden schulen ukrainische Panzerbesatzungen für den Kampf mit dem Leopard 1 A5 – bei Tag und bei Nacht.

Die Panzerbrigade 45 „Litauen“ wächst auf. Mit einem feierlichen Appell in Veitshöchheim am 29. Januar 2026 wurden der Brigade zwei Kampftruppenbataillone des Heeres – das Panzergrenadierbataillon 122 aus Oberviechtach und das Panzerbataillon 203 aus Augustdorf – unterstellt. Damit erhöht sich die Kriegstüchtigkeit des Großverbands. Den Kern bilden zwei bestehende Kampftruppenbataillone des Deutschen Heeres: Das Panzergrenadierbataillon 122 aus dem bayerischen Oberviechtach sowie das Panzerbataillon 203 aus Augustdorf in Nordrhein-Westfalen – damit ist die Wahl auf zwei bewährte Kampftruppenverbände gefallen, die mit ihren Hauptwaffensystemen, dem Schützenpanzer Puma und dem Kampfpanzer Leopard 2, eine kampfkräftige Verstärkung für die Ostflanke der NATO bilden werden. Seit dem öffentlichen Aufstellungsappell im Mai 2025 in der litauischen Hauptstadt Vilnius wächst die Panzerbrigade 45 systematisch auf. Bis 2027 soll sie ihre volle Einsatzbereitschaft hergestellt haben – mit dann rund 5.000 Soldatinnen und Soldaten sowie Zivilpersonal.

Als erstes wird die Panzerbrigade 45 in Litauen mit den neuen Fahrzeugen ausgerüstet. Das verschafft den Kräften an der NATO-Ostflanke ein Plus an Kampfkraft. Mit der Auslieferung aller derzeit bestellten Leopard 2 A8 wird die Flotte der Bundeswehr voraussichtlich auf 430 Kampfpanzer anwachsen. Damit trägt der A8 wesentlich zur Vollausstattung der Panzertruppe bei.

Erstmals in der Geschichte der Bundeswehr wird im Leopard 2 A8 serienmäßig ein abstandsaktives Schutzsystem eingebaut: das kampferprobte Trophy-System des israelischen Herstellers Rafael. Mit dem A8 wird es jetzt im großen Maßstab in die Panzertruppe eingeführt. Bei Trophy handelt es sich um ein Hard-Kill-System: Es zerstört anfliegende feindliche Geschosse noch vor ihrem Aufprall auf der Panzerung des Leopard. Nimmt Trophy eine Bedrohung durch sein Radar wahr, beispielsweise einen feindlichen Panzerabwehrlenkflugkörper, entscheidet es, welcher Werfer die Gefahr abfangen soll; dieser verschießt seine Ladung in die vorhergesagte Flugbahn des anfliegenden Objekts und bringt es noch vor dem Auftreffen auf der Panzerung zur frühzeitigen Detonation.

Quellen (17)
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