Schlagkräftiger, besser geschützt und ab 2027 bei den Soldatinnen und Soldaten im Einsatz: Mit dem Leopard 2 A8 erhält die Panzertruppe eine bestmögliche Ausstattung – und wächst zugleich. Doch was genau macht den modernsten Kampfpanzer der Bundeswehr aus?
Insgesamt 123 Leopard 2 A8 hat die Bundeswehr bestellt. Das Besondere: Der A8 entsteht als kompletter Neubau. Seit 1992 wurden keine Leopard-2-Kampfpanzer mehr für die Truppe produziert; stattdessen modernisierte man die vorhandenen Fahrzeuge kontinuierlich – zuletzt zum Rüststand Leopard 2 A7A1. Damit die Gesamtzahl jedoch steigen kann, wird der Leopard 2 A8 von Grund auf neu gefertigt. Ein weiterer Vorteil: Die Truppe muss keine bestehenden Panzer abgeben, damit diese in der Industrie umgerüstet werden können.
Leopard 2 A8 erhält das aktive Schutzsystem Trophy
Erste Erfahrungen sammelte die Bundeswehr bereits mit dem Leopard 2 A7A1. Das erste Exemplar dieser Variante rollte im vergangenen Jahr in München aus der Produktion und diente technisch als Basis für den A8. Erstmals in der Geschichte der Bundeswehr wird in einem Serienfahrzeug ein abstandsaktives Schutzsystem verbaut: das kampfbewährte Trophy-System des israelischen Herstellers Rafael. Mit dem A8 wird es nun in großem Umfang eingeführt.
Trophy ist ein sogenanntes Hard-Kill-System. Es zerstört anfliegende feindliche Geschosse, bevor sie die Panzerung des Leopard erreichen. Das System umfasst vier Radarsensoren sowie zwei Werfereinheiten am Turm. Zusammen mit dem „Gehirn“ des Systems, einem leistungsstarken Rechner, erzeugen sie einen unsichtbaren Schutzschild rund um den Kampfpanzer.
Erkennt Trophy beispielsweise einen feindlichen Panzerabwehrlenkflugkörper, entscheidet das System, welcher Werfer die Bedrohung abfangen soll. Dieser feuert seine Ladung in die vorausberechnete Flugbahn des anfliegenden Objekts und bringt es noch vor dem Auftreffen auf der Panzerung zur frühzeitigen Detonation. Zusätzlich zum Trophy-System wurde auch die physische Panzerung des Leopard 2 A8 gegenüber seinem Vorgänger verstärkt.
Neues Bedienkonzept, bewährte Hauptwaffe
Da der Leopard 2 A8 vollständig neu produziert wird, können alle Teilsysteme auf den neuesten Stand gebracht werden. Der Kommandant erhält ein neues Periskop für eine bessere Sicht, und die Bedienelemente für den Richtschützen wurden übersichtlicher gestaltet, nachdem sie im Laufe der Modernisierungen immer komplexer geworden waren.
An der 120-Millimeter-Bordkanone ändert sich hingegen nichts: Weiterhin kommt die L55 A1 von Rheinmetall zum Einsatz, wie schon im Leopard 2 A7A1 und A7V. Sie verschießt modernste Munitionsarten wie die Wuchtgeschossmunition DM73 oder die Spreng- und Splittermunition DM11. Die maximale Kampfentfernung beträgt bis zu fünf Kilometer.
Ergänzend zur Bordkanone verfügt der Leopard 2 A8 – wie seine Vorgänger – über zwei Maschinengewehre im Kaliber 7,62 Millimeter. Außerdem bleibt die Nebelmittelwurfanlage Bestandteil des Fahrzeugs, mit der eine Nebelwand aufgebaut werden kann, um sich der Sicht des Gegners zu entziehen.
Testumgebung aktiviert!
Wann kommt der Leopard 2 A8 in die Truppe?
Am 19. November 2025 präsentierte Hauptauftragnehmer KNDS den Leopard 2 A8 erstmals öffentlich im Werk München. Bevor die neuen Panzer jedoch in der Truppe ankommen, folgen umfangreiche Tests, um sicherzustellen, dass alle Optimierungen als Gesamtsystem einwandfrei funktionieren und der A8 der bislang beste Leopard 2 wird.
Ab 2027 sollen die ersten neuen Modelle an die Truppe ausgeliefert werden. Bis 2030 sollen alle 123 Fahrzeuge die Kasernen erreichen. Als erstes wird die Panzerbrigade 45 in Litauen mit dem neuen Modell ausgerüstet. Das stärkt die Kampfkraft an der NATO-Ostflanke erheblich. Mit vollständiger Auslieferung aller bestellten Panzer wächst die Flottenstärke der Bundeswehr voraussichtlich auf rund 430 Kampfpanzer an – ein wesentlicher Schritt hin zur Vollausstattung der Panzertruppe.
Bild: Bundeswehr/Jana Neumann
