LKH – Leichter Kampfhubschrauber

Der Leichte Kampfhubschrauber vom Typ H145M (kurz: LKH) ist ein von Airbus Helicopters gefertigter militärischer Mehrzweckhubschrauber, der seit 2024 schrittweise bei der Bundeswehr eingeführt wird. Da das Tiger-Projekt von deutscher Seite nicht weitergeführt wird, ist der LKH als Brückenlösung zu verstehen.

Entwicklung und Geschichte

Der Airbus Helicopters H145M – ursprünglich als Eurocopter EC 645 bezeichnet – ist die militärische Version des zivilen Airbus H145 und wurde aus dem Eurocopter EC 145 (amtlich BK 117 C-2) heraus entwickelt. Die militärische Version war gegenüber dem zivilen Modell nur wenig verändert und muss daher nicht komplett neu zugelassen werden; da der EC 645 auch nach zivilen Vorschriften gewartet werden kann, verringern sich Aufwand und Kosten der Instandhaltung.

Am 11. Juli 2013 unterzeichneten das Bundesministerium der Verteidigung und Eurocopter einen Vertrag über die Beschaffung von 15 leichten Hubschraubern des Typs EC 645 T2 für das Kommando Spezialkräfte (KSK). Am 8. Mai 2015 wurde der mittlerweile unter der Bezeichnung H145M geführte Hubschrauber durch die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA) zugelassen. Nach umfangreichen Boden- und Flugtests beim Hersteller in Donauwörth sowie bei der Wehrtechnischen Dienststelle 61 (WTD 61) in Manching folgte die militärische Musterzulassung durch das Luftfahrtamt der Bundeswehr am 29. Oktober 2015. Am 8. Dezember 2015 fand die Übergabe der ersten beiden Maschinen an das Hubschraubergeschwader 64 (HSG 64) in Laupheim statt.

Im Mai 2023 entschied sich die Bundeswehr, den Eurocopter Tiger nicht mehr weiterzuentwickeln, sondern durch weitere H145M für die Heeresfliegertruppen zu ersetzen. Die endgültige Entscheidung fiel im Dezember 2023; insgesamt wurden 62 H145M fest bei Airbus bestellt, die Auslieferung des ersten Exemplars fand im November 2024 statt, die restlichen 61 sollen bis Ende 2028 folgen. Im Dezember 2025 bestellte Deutschland 20 weitere H145M-Hubschrauber.

Technik

Der H145M verfügt über einen Ausleger mit Fenestron-Heckrotor, ein digitales Cockpit mit voller Nachtsichttauglichkeit und einen Autopiloten. Durch den ummantelten Heckrotor, den Fenestron, ist der H145M einer der leisesten Hubschrauber seiner Klasse. Seine Vorzüge im LKH-Kontext sind weitreichendere Waffenwirkung, verbesserte Optronik sowie hochtechnisierte Digitalisierung und die Fähigkeit zur Vernetzung mit Drohnen.

HerstellerAirbus Helicopters
TypH145M (ehem. EC 645 T2)
Abflugmasse3,8 Tonnen
Leergewichtca. 2,3 Tonnen
Besatzung / Kapazität2 Piloten + bis zu 8 weitere Personen (LKH), bis zu 9 Passagiere (SOF)
Höchstgeschwindigkeit268 km/h
Reichweitemehr als 600 km
Einsatzdauerca. 3,5 Stunden
HeckrotorFenestron (ummantelt)
Antrieb2 Gasturbinen
Autopilot4-Achsen

Quellen für technische Daten: bundeswehr.de, de.wikipedia.org/wiki/Airbus_Helicopters_H145M

Varianten und Rüstsätze

Über Rollen- beziehungsweise Rüstsätze werden die Hubschrauber für ihren jeweiligen Einsatzzweck vorbereitet; neben dem bereits vorhandenen Rüstsatz „SOF“ gibt es nun auch die Rüstsätze „Kampf“, „Ausbildung“ und „Professionalisierung“. Die verschiedenen bei der Bundeswehr eingesetzten Varianten lassen sich wie folgt unterscheiden:

  • H145M LKH (Leichter Kampfhubschrauber): Im deutschen Heer wird der LKH in der Rolle „Kampf“ zur bodennahen Luftunterstützung und zur Abwehr gepanzerter Kräfte eingesetzt. In der Rolle „Ausbildung“ dient er als Ausbildungshubschrauber der 3. Generation am Internationalen Hubschrauberausbildungszentrum in Bückeburg.
  • H145M LUH SOF (Light Utility Helicopter Special Operations Forces): Leichter Mehrzweckhubschrauber zur Verbringung von Spezialkräften, speziell auf die Bedürfnisse der Elitesoldaten angepasst. Insgesamt wurden 15 Hubschrauber dieses Typs für die Bundeswehr beschafft.
  • H145M LUH SAR (Leichter Unterstützungshelikopter Search and Rescue): Als Ersatz für die Bell UH-1D wurden bis März 2021 insgesamt sieben Maschinen in Dienst gestellt; die Variante wird von der 7. Staffel Transporthubschrauberregiment 30 der Heeresflieger in Niederstetten betrieben.

Nutzung bei der Bundeswehr

Generalleutnant Alfons Mais stellte am 20. November 2024 den ersten Leichten Kampfhubschrauber vom Typ H145M im Internationalen Hubschrauberausbildungszentrum (IntHubschrAusbZ) in Bückeburg in Dienst. Insgesamt soll das Heer bis zu 72 Leichte Kampfhubschrauber erhalten; 21 davon werden künftig am Internationalen Hubschrauberausbildungszentrum in Bückeburg eingesetzt.

Der LKH wird ab 2026 mit seiner Bewaffnung im Kampfhubschrauberregiment 36 in Fritzlar eingeführt, wo er als Brückenlösung und Technologieträger eine zentrale Rolle im Fähigkeitsaufwuchs der Truppengattung der Heeresflieger spielt. Der erste neue Leichte Kampfhubschrauber wurde im November 2024 an die Truppe übergeben; bis 2028 sollen weitere Hubschrauber an die Standorte Fritzlar und Laupheim ausgeliefert werden.

Unabhängig von der Teilstreitkraft und nationenübergreifend kommen alle künftigen Hubschrauberpilotinnen und -piloten – nicht nur aus Deutschland, sondern auch aus Schweden, Dänemark und den Niederlanden – nach Bückeburg, um ihr Handwerk von Grund auf zu lernen. Die Luftwaffe nutzt den H145M in der Rolle „SOF“ beim Einsatz von Spezialkräften. Die erforderlichen Beschaffungsmittel kommen aus dem Sondervermögen der Bundeswehr.

Quellen
  • https://www.bundeswehr.de/de/organisation/heer/aktuelles/leichter-kampfhubschrauber-heer
  • https://www.bundeswehr.de/de/beschaffung/beschaffung-nutzung-truppe/beschaffung-leichter-kampfhubschrauber-5890338
  • https://www.bundeswehr.de/de/ausruestung-technik-bundeswehr/luftsysteme-bundeswehr/h145m-luh-sof
  • https://www.bundeswehr.de/de/organisation/heer/aktuelles/kampfhubschrauber-griffin-lightning-nato-5940090
  • https://de.wikipedia.org/wiki/Airbus_Helicopters_H145M
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