MG5 (Maschinengewehr)

Das HK MG5, ursprünglich auch als HK121 bezeichnet, ist ein Universalmaschinengewehr des schwäbischen Handwaffenherstellers Heckler & Koch. Es wird das MG3 als mittleres Maschinengewehr bei der Bundeswehr ablösen. Das System zeichnet sich durch eine modulare Bauweise sowie eine verbesserte Ergonomie aus und ist sowohl für den infanteristischen Einsatz als auch für die Verwendung auf Fahrzeuglafetten vorgesehen.

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Entwicklung und Geschichte

Die Arbeiten am MG5 begannen noch unter der Bezeichnung HK121, kurz nach der Entwicklung des leichten Maschinengewehrs MG4, das Heckler & Koch erstmals als HK MG43 auf der Fachmesse MILIPOL 2001 in Paris vorstellte. Einen Prototyp des HK121 präsentierte der Oberndorfer Waffenhersteller erstmals auf dem 14. Tag der Infanterie im Juli 2010 in Hammelburg einer größeren Öffentlichkeit.

Seit 2015 wird das MG5 eingeführt. Stand August 2018 waren etwa 4.400 MG5 an die Bundeswehr ausgeliefert, in den Varianten Standard- und Infanteriewaffe; damit war zu diesem Zeitpunkt mehr als die Hälfte der als Mindestausstattung veranschlagten 7.114 Maschinengewehre dieses Typs in der Truppe angekommen, allerdings bislang nicht in der Einbauvariante für Fahrzeuge.

Nach ersten Planungen sollten alle Teilstreitkräfte der Bundeswehr bis zu 12.733 neue Maschinengewehre dieses Typs bekommen; diese Planung wurde mittlerweile revidiert. Nach Ende der Auslieferung aller MG5 des ersten Rahmenvertrages wurde im März 2021 durch den Bundestag eine „Ergänzungsbeschaffung MG5″ in einem zweiten Rahmenvertrag gebilligt, aus dem im Jahr 2021 über 11.000 MG5 im Wert von rund 175 Millionen Euro abgerufen werden sollten. Der Bundeswehr stünden nach Ende der Auslieferungen im Jahr 2024 über 18.000 Maschinengewehre in den Versionen MG5 (Standard), MG5A1 (Einbauwaffe) und MG5A2 (Infanteriewaffe) zur Verfügung.

Technik

Das MG5 ist eine aus offener Verschlussstellung schießende, vollautomatische Waffe mit Drehkopfverschluss und Gurtzuführung. Es ist ein zuschießender Gasdrucklader im Kaliber 7,62 × 51 mm NATO. Verriegelungs-, Zuführ- und Abzugsmechanismus sind vom leichten Maschinengewehr MG4 abgeleitet. Die folgenden Abschnitte beschreiben die wesentlichen technischen Merkmale sowie die verfügbaren Ausstattungsoptionen der Waffe.

Mechanismus und Bedienung

Wie beim MG3 befindet sich auch beim MG5 im geladenen Zustand keine Patrone im Patronenlager. Über eine Dreistufeneinstellung des Gasreglers kann die Feuergeschwindigkeit (640, 720 oder 800 Schuss pro Minute) gewählt werden; zugleich lässt sich das Gassystem damit auf verschiedene Munitionstypen oder schwere Verschmutzung einstellen. Die Waffe zeichnet sich durch eine zum MG4 weitgehend identische Bedienung aus; Sicherungs- und Feuerwahlhebel sind beidseitig bedienbar.

Das schnellwechselbare, kaltgehämmerte und verchromte Rohr ist fester Bestandteil der Rohrbaugruppe und trägt Wärmeschutzschild, Trage- und Rohrwechselgriff, Gasanschluss sowie Vorderkorn. Ein heißes Rohr kann mithilfe des Trage- und Rohrwechselgriffs ohne Schutzhandschuhe oder andere Hitzeschutzmaßnahmen gewechselt werden. Als Munitionszuführung verwendet das MG5 M13-Zerfallgurte (in Deutschland als DM60 bezeichnet), die von der linken Seite zugeführt werden.

Optik und Zielmittel

Das MG5 verfügt über ein Zielfernrohr mit vierfacher Vergrößerung, in das ein Rotpunkt eingeblendet werden kann, der ein reaktionsschnelles Schießen erlaubt. Die Zieloptik 4x30i RD wird auf einer Klemmschiene auf dem Gehäusedeckel befestigt. Mit einem Nachtsichtvorsatz vor der Zieloptik kann auch bei Dunkelheit gekämpft werden.

Ergonomie und Schulterstütze

Die ergonomisch geformte und nach links abklappbare Schulterstütze des MG5 ist ausziehbar und kann in sechs Positionen arretiert werden; ihre Wangenauflage ist höhenverstellbar. Weitere konstruktive Merkmale gegenüber dem Vorgänger sind ein höhenverstellbares Zweibein, eine anpass- und wegklappbare Schulterstütze, ein Griff am Rohr sowie eine Ladeanzeige im Deckel.

Technische Daten

Die nachfolgende Tabelle gibt einen Überblick über die wesentlichen technischen Kenndaten des MG5 in der Standardausführung.

MerkmalDaten
HerstellerHeckler & Koch
Kaliber7,62 mm × 51 NATO
WirkprinzipGasdrucklader, Drehkopfverschluss, offene Verschlussstellung
Gewicht11,6 kg
Rohrlänge (Standard)550 mm
Feuergeschwindigkeit640, 720 oder 800 Schuss/min (wählbar)
Effektive Kampfentfernungbis 1.200 m
MunitionszuführungGurt (M13 / DM60), Gurttrommel (50 Schuss), Gurtkasten (120 Schuss)
ZielmittelZieloptik 4×30i RD (mit Rotpunkt); Nachtsichtvorsatz nachrüstbar
VorgängerMG3
Einführung Bundeswehrab 2015

Modularität und Konfigurationsmöglichkeiten

Mit der umfangreichen Zusatzausstattung und den vielfältigen Einstellungsmöglichkeiten ist eine flexibel einsetzbare Waffe an die Truppe übergeben worden. Das MG5 verfügt über STANAG-4694-NATO-Zubehörschienen, die abwärtskompatibel zu den STANAG-2324/MIL-STD-1913-Picatinny-Schienen sind und die Montage von Optiken und weiterem Zubehör erlauben. Es kann mit einer Gurttrommel gespeist werden, die einen 50-Schuss-Zerfallgurt enthält und am Gehäuse befestigt wird; alternativ stehen 80-Schuss-Gewebetaschen oder ein Gurtkasten mit 120 Schuss zur Verfügung.

Varianten

Das MG5 und das MG5A1 verfügen über ein Rohr mit 55 Zentimeter Länge; das MG5A2 der Infanteriekräfte besitzt ein Rohr mit 46 Zentimeter Länge, ein Zweibein und eine längenverstellbare, ergonomisch geformte Schulterstütze.

VarianteBeschreibung
MG5 (Standard)Basisausführung mit 550 mm Rohrlänge, Zweibein und längenverstellbarer Schulterstütze
MG5A1 (Einbauwaffe)Rohrlänge 550 mm; für den Einbau in Waffenstationen FLW 100 und KMW 1530; ohne Schulterstütze und ohne Zweibein
MG5A2 (Infanteriewaffe)Rohrlänge 460 mm; ergonomische, längenverstellbare Schulterstütze; optimiert für den abgesessenen Infanterieeinsatz

Nutzung bei der Bundeswehr

Als Universalmaschinengewehr ist das MG5 sowohl im Kampf zu Fuß als auch zur Bekämpfung luftbeweglicher Ziele oder als Bord- beziehungsweise Sekundärbewaffnung einsetzbar. Die Soldaten setzen das MG5 abgesessen mit Zweibein und lafettiert als Unterstützungswaffe ein. Alle anderen Funktionen des Vorgängermodells, wie zum Beispiel der Einsatz zur Fliegerabwehr oder der Einsatz auf Lafette, sind weiterhin nutzbar.

Im dynamischen Einsatz mit Stellungswechsel und beim Einsatz in nicht vorbereiteten Stellungen kann das MG5 seine Vorteile gegenüber seinem Vorgänger ausspielen; jedem Infanteristen fällt die Gewichtseinsparung von knapp einem Kilo sofort auf. Die geringere Schusszahl führt zu einem niedrigeren Munitionsverbrauch, da der Schütze gezielter den Feuerstoß einsetzen kann.

Zur Verteidigung des Dienstsitzes der Bundesregierung durch das Wachbataillon wird ebenfalls das Maschinengewehr MG5 eingesetzt. So beginnt etwa die ABC-Abwehrkompanie der eFP-Battlegroup Litauen ihre Ausbildungswoche mit dem Schießtraining an verschiedenen Handwaffen, wobei das MG5 vor den eigentlichen Schießübungen angeschossen und justiert wird.

Quellen (8)
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