P13: Bundeswehr erhält neue Standardpistole

Im Rahmen des Beschaffungsvorhabens „Pistole querschnittlich“ (P13) führt die Bundeswehr eine neue Dienstpistole im Kaliber 9 × 19 mm ein, die künftig die bislang genutzte P8 ersetzen soll. Den Zuschlag für die Lieferung erhielt die POL-TEC GmbH & Co. KG, ein deutscher Vertriebspartner des tschechischen Waffenherstellers Česká zbrojovka (CZ). Dies geht aus einem Beitrag im Unternehmensblog von POL-TEC hervor. Bei der neuen Dienstwaffe handelt es sich um die CZ P13, eine speziell konfigurierte Ausführung der CZ P-10 C OR (Optics Ready) in der Farbgebung Flat Dark Earth.

Die für die Beschaffung erforderlichen Haushaltsmittel hatte der Haushaltsausschuss des Bundestages bereits am 5. November freigegeben, wie zuvor berichtet wurde. Nach Informationen aus gut informierten Kreisen wurde mit POL-TEC ein Rahmenvertrag über die Lieferung von bis zu 203.000 Pistolen des Typs P13 mit einem Gesamtvolumen von bis zu 56 Millionen Euro geschlossen. Zunächst wurde jedoch lediglich ein erstes Abruflos über 65.000 Pistolen inklusive Zubehör und weiterer Leistungen im Umfang von rund 19 Millionen Euro beauftragt. Zum Lieferumfang zählen laut POL-TEC unter anderem speziell angepasste Ausbildungs- und Schulungswaffen sowie Holsterkörper des Typs Radar 1957, die in den Varianten Level 2, Level 3 sowie für verdecktes Tragen bereitgestellt werden.

POL-TEC charakterisiert die CZ P13 als moderne Dienstpistole mit Schlagbolzenschloss (Striker-Fire-System) und modularem Aufbau, die gezielt für den Einsatz unter extremen Bedingungen sowie für militärische Anforderungen konzipiert wurde.

Als wesentliche Merkmale der Waffe nennt das Unternehmen unter anderem:

  • eine ergonomische Gestaltung zur sicheren Handhabung und hohen Präzision in unterschiedlichen Einsatzlagen,
  • eine zuverlässige Funktion auch bei extremen Temperaturen und hoher Dauerbelastung,
  • eine ausgeprägte Modularität zur schnellen Anpassung an verschiedene Missionsprofile ohne Einschränkung der Einsatzbereitschaft,
  • eine Optics-Ready-Auslegung, die den unkomplizierten Einsatz von Rotpunktvisieren ermöglicht.

„Mit der P13 erhält die Bundeswehr ein System, das den heutigen Einsatzanforderungen gerecht wird und zugleich Maßstäbe für zukünftige Entwicklungen im Bereich militärischer Handfeuerwaffen setzt“, heißt es dazu im Blog-Beitrag von POL-TEC.

Die Pistole querschnittlich (P13)

Anfang November 2024 wurde das Vergabeverfahren für einen über sieben Jahre laufenden Rahmenvertrag zur Herstellung und Lieferung der neuen Dienstpistole gestartet. Die Ausschreibung erfolgte ohne vorgelagerte Vergleichserprobung. Im Rahmen des Teilnahmewettbewerbs wurde der Preis mit einer Gewichtung von 100 Prozent als alleiniges Zuschlagskriterium festgelegt. Dabei ist zu berücksichtigen, dass sämtliche Angebote die von der Bundeswehr definierten Anforderungen vollständig erfüllen mussten. Die ausschließliche Berücksichtigung des Preises bedeutet daher lediglich, dass eine Übererfüllung der Anforderungen nicht zusätzlich bewertet wurde.

Nach Angaben aus gut informierten Kreisen reichten insgesamt sechs Bieter elf Angebote ein. Gemäß den Vergabebedingungen wurden davon lediglich die drei wirtschaftlichsten Angebote in die anschließende Verhandlungsphase übernommen. In dieser finalen Auswahlphase befanden sich neben dem nun erfolgreichen Angebot von POL-TEC dem Vernehmen nach lediglich noch Arex aus Slowenien sowie Glock aus Österreich im Wettbewerb um die neue Dienstpistole der Bundeswehr.

Bild: czfirearms.com

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