Erstmals stellt die Bundeswehr mit der Panzerbrigade 45 „Litauen“ einen dauerhaft im Ausland stationierten Großverband auf. Bis 2027 soll die volle Einsatzbereitschaft erreicht werden – dann sollen rund 5.000 Soldatinnen und Soldaten sowie zivile Mitarbeitende zum Schutz der NATO-Ostflanke im Baltikum beitragen. Der Aufwuchs des Verbandes verläuft nach Angaben der Bundeswehr planmäßig.
Indienststellung und öffentlicher Aufstellungsappell
Am 1. April 2025 wurde die Panzerbrigade 45 in Litauen offiziell in Dienst gestellt: Der bisherige Aufstellungsstab ging mit einem militärischen Antreten am Dienstort Vilnius zum regulären Brigadestab über und die Brigade wurde damit offiziell als militärischer Großverband des deutschen Heeres aufgestellt. Mit dem feierlichen Aufstellungsappell am 22. Mai 2025 erhielt die Brigade auch offiziell den Beinamen „Litauen“ – ein weiterer Meilenstein im Aufbauprozess. Beim Aufstellungsappell am 22. Mai waren unter anderem Bundeskanzler Friedrich Merz, Verteidigungsminister Boris Pistorius sowie der litauische Präsident Nausėda anwesend.
Um das Abschreckungspotenzial der NATO gegenüber Russland zu verstärken, hatten Verteidigungsminister Boris Pistorius und Generalinspekteur General Carsten Breuer am 28. Juni 2023 die Stationierung einer Brigade der Bundeswehr in Litauen angekündigt – mit der Besonderheit, dass diese Brigade dauerhaft dort bleiben soll. Eine dauerhafte Stationierung eines derart großen Kampfverbandes im Ausland hatte es bei der Bundeswehr bisher nicht gegeben. Den formellen Startschuss für den Aufbau markierte die Unterzeichnung einer bilateralen Roadmap durch Verteidigungsminister Pistorius und seinen litauischen Amtskollegen Arvydas Anušauskas am 18. Dezember 2023 in Vilnius.

Kampfhubschrauber Tiger überfliegen das Antreten der Soldaten beim Aufstellungappell der Panzerbrigade 45 in Vilnius/Litauen, am 22.05.2025. Bild: Bundeswehr/Mario Bähr
Drei Kampfverbände unterstellt – Aufwuchs schreitet voran
Die Panzerbrigade 45 „Litauen“ wächst auf: Mit einem feierlichen Appell in Veitshöchheim am 29. Januar 2026 wurden der Brigade zwei Kampftruppenbataillone des Heeres – das Panzergrenadierbataillon 122 aus Oberviechtach und das Panzerbataillon 203 aus Augustdorf – unterstellt, was die Kriegstüchtigkeit des Großverbands erhöht. Wenige Tage später, während eines feierlichen Appells im litauischen Kaunas, wurde auch die Multinational Battlegroup Lithuania der Brigade unterstellt – sie verfügt damit über drei Kampfverbände.
Mit der Multinational Battlegroup Lithuania gehören seit Anfang Februar 2026 weitere rund 1.700 Soldatinnen und Soldaten zur Panzerbrigade 45 in Litauen. Die Multinational Battlegroup Lithuania war bislang Teil der Mission Enhanced Forward Presence der NATO und wurde von Deutschland geführt. Der litauische Verteidigungsminister Robertas Kaunas bezeichnete die Eingliederung der Battlegroup als „einen Meilenstein“ für die gemeinsame Bündnisverteidigung.
Die Brigade wird insgesamt aus drei Kampfverbänden bestehen: dem Panzergrenadierbataillon 122 aus Oberviechtach in Bayern, dem Panzerbataillon 203 aus Augustdorf in Nordrhein-Westfalen und der Multinational Battlegroup Lithuania. Hinzu kommen Kampf- und Unterstützungselemente anderer Teilstreitkräfte und Organisationsbereiche wie Sanitätszentrum, Logistik, Feldjäger, Verwaltung, Militärseelsorge und Führungsunterstützung.
Brigadegeneral Christoph Huber, Kommandeur der Panzerbrigade 45, bezeichnete die Unterstellung der beiden Kampfbataillone nach Angaben der Bundeswehr als „Meilenstein und eine enorme Kampfkraftverstärkung“ für den Verband. Die dauerhafte Stationierung soll im zweiten Halbjahr 2027 vollends umgesetzt sein; dann wird die Panzerbrigade 45 ihre volle Einsatzbereitschaft hergestellt haben. Die Soldatinnen und Soldaten sowie die Zivilbeschäftigten, die in der Brigade dienen, werden nach Litauen versetzt und werden je nach Laufbahn und Verwendung über mehrere Jahre dort dienen.
Erste Übung für den Verband bei „Freedom Shield 2026″
Die Panzerbrigade 45 „Litauen“ trainierte bei der Übung Freedom Shield 2026 erstmals das Gefecht auf litauischem Boden. Mit Drohnen, Kampf- und Schützenpanzern, Elektronischer Kampfführung, Artillerie und Hubschraubern übten die Kampftruppe und ihre Unterstützer aus der gesamten Bundeswehr genau dort, wo sie im Ernstfall das Baltikum verteidigen müssen. Wie im Einsatzfall stehen die deutschen Kräfte dabei nicht allein: Gemeinsam mit den litauischen Landstreitkräften und Soldatinnen und Soldaten aus sechs weiteren Nationen trainieren die Verbände das Gefecht der verbundenen Waffen.
Die dauerhafte Stationierung einer Kampftruppenbrigade mit Unterstützungskräften der deutschen Streitkräfte ist nach Einschätzung der Bundeswehr ein maßgeblicher deutscher Beitrag zur Abschreckung und Verteidigung an der Ostflanke des NATO-Bündnisses. Bis Ende 2027 sollen die restlichen Truppenteile in Litauen von der Brigade aufgenommen und die neue Kaserne in Rūdninkai bezogen werden; dann wird die Panzerbrigade 45 noch vor dem Jahr 2028 mit mehr als 5.000 Soldatinnen und Soldaten voll einsatzbereit sein.


