Die Panzerfaust Leicht KSK ist eine leichte, rückstoßarme und einfach zu handhabende schultergestützte Ein-Mann-Mehrzweckwaffe, die auch als „Abschussgerät und Patrone 60 Millimeter“ bezeichnet wird und den Beschuss von Zielen auch aus Gebäuden heraus ermöglicht. Die Waffe gehört zur RGW-60-Familie im Kaliber 60 mm; ihre Technologie basiert teilweise auf der Panzerfaust 3, und anfangs wurde die RGW 60 auch schlicht „Panzerfaust leicht“ genannt.
Entwicklung und Hintergrund
Nach dem Ende des Kalten Krieges sank die Bedeutung klassischer Panzerabwehr. Stattdessen gewannen – insbesondere durch die verstärkte asymmetrische Kriegführung – Waffen an Bedeutung, die Gegner hinter Deckungen bekämpfen können. Dank des kleineren Kalibers von 60 mm ist die Waffe leichter und kompakter als die RGW 90; die Handhabung ist weitgehend identisch. Die Bedienung der Panzerfaust Leicht KSK entspricht weitgehend der der Panzerfaust 3.
Technik
Die Panzerfaust Leicht KSK besteht aus dem Abschussrohr mit integrierter Abfeuervorrichtung und Zieloptik, der Treibladung sowie dem Geschoss, das seinerseits aus einer ballistischen Haube, dem Geschosskörper mit Zünder und dem Klappleitwerk aufgebaut ist. Das Funktionsprinzip basiert auf dem der Davis-Waffe: Bei der Schussabgabe wird das Geschoss nach vorne aus dem Rohr beschleunigt sowie eine Kompensationsmasse nach hinten ausgestoßen. Vor dem Schuss klappt der Schütze Zieloptik, Schulterstütze, Haltegriff und Spanngriff aus, visiert das Ziel mit der Optik an, entsichert die Waffe und betätigt den Abzug. Für den Einsatz bei Nacht und schlechter Sicht können verschiedene Nachtsicht- und Wärmebildgeräte über eine Picatinny-Schiene montiert werden.
Technische Daten
| Kaliber | 60 mm |
| Länge | 880 mm (HEAT-Variante) |
| Gewicht | 5,8 kg (HEAT-Variante) |
| Wirksame Reichweite | 20–300 m |
| Zieloptik | 1,5-fache Vergrößerung |
| Durchschlagsleistung (HEAT) | > 300 mm RHA |
| Konzept | Einwegwaffe, wartungsfrei |
Varianten
Die Waffe befindet sich bei den Spezialisierten Kräften und Spezialkräften der Bundeswehr in verschiedenen Varianten im Einsatz. Die drei Hauptvarianten unterscheiden sich durch ihren Gefechtskopf:
- DM52 – HEAT (High Explosive Anti-Tank): Hohlladungsgefechtskopf zur Bekämpfung leicht gepanzerter Fahrzeuge; Durchschlagsleistung > 300 mm RHA.
- DM42 – HEAT-MP (High Explosive Anti-Tank Multi-Purpose): Hohlladungs-Mehrzweckgefechtskopf gegen leicht gepanzerte Fahrzeuge sowie Infrastruktur wie Ziegel- oder Betonmauern.
- DM62 – HESH (High Explosive Squash Head): Quetschkopf-Gefechtskopf, vorwiegend zum Schaffen von Zugangsmöglichkeiten in Mauerwerk und zur Bekämpfung leichter Panzerungen.
Nutzung bei der Bundeswehr
Bei der Panzerfaust Leicht KSK handelt es sich um eine wartungsfreie, leichte schultergestützte Panzerabwehrhandwaffe, die als Einwegwaffe konzipiert ist und Ziele in einer Entfernung von bis zu 300 Metern bekämpfen kann. Die RGW 60 HEAT wird von Spezialkräften der Bundeswehr unter der Bezeichnung DM52 eingesetzt; die RGW 60 HESH unter der Bezeichnung DM62. Die kompakte Bauform macht die Waffe auch für Luftlandeoperationen geeignet: Fallschirmjäger des Fallschirmjägerregiments 31 verzurren die Panzerfaust Leicht KSK nach der Landung mit einem Gleitfallschirm außen an ihrem Rucksack.
Quellen
- https://www.bundeswehr.de/de/ausruestung-technik-bundeswehr/ausruestung-bewaffnung/panzerfaust-leicht-ksk
- https://de.wikipedia.org/wiki/Matador_(Panzerabwehrwaffe)