Bild: Bundeswehr/Jane Hannemann
Schützenpanzer Puma im Rahmen der taktischen Einsatzprüfung auf dem Truppenübungsplatz in Bergen, am 08.07.2014.

Die Bundeswehr plant offenbar die Beschaffung eines weiteren Loses des Schützenpanzers Puma. Das dritte Los hat einem Volumen von rund fünf Milliarden Euro – ein Vertragsschluss wird nach Einschätzung der Industrie jedoch frühestens im Jahr 2027 erwartet.

Hinweise auf die geplante Beschaffung lieferte Rheinmetall-Chef Armin Papperger während einer Analystenkonferenz. Papperger äußerte sich dabei ausschließlich zum Anteil seines Unternehmens und bezifferte die erwarteten Rheinmetall-Einkünfte auf rund 2,5 Milliarden Euro. Da die Beschaffung des Schützenpanzers Puma über die PSM Projekt System & Management GmbH abgewickelt wird – ein Gemeinschaftsunternehmen von KNDS Deutschland und Rheinmetall im Verhältnis 50:50 –, lässt sich daraus ein Gesamtauftragsvolumen von etwa fünf Milliarden Euro ableiten. Einen Vertragsschluss noch in diesem Jahr schloss Papperger aus.

Schützenpanzer Puma vom Panzergrenadierbataillon 112 fährt durch das Gelände auf dem Truppenübungsplatz Oberlausitz, am 28.04.2020. Bild: Bundeswehr/Maximilian Schulz

Auch der Haushaltsentwurf der Bundesregierung für das Jahr 2027 deutet auf weiteren Beschaffungsbedarf hin. In den Verpflichtungsermächtigungen für den Zeitraum 2028 bis 2039 sind demnach mehr als 16 Milliarden Euro vorgesehen, was auf eine langfristige Planungsabsicht für zusätzliche Schützenpanzer schließen lässt.

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Aktueller Bestand und laufende Bestellungen

Bis Ende 2025 hat die Bundeswehr insgesamt 350 Fahrzeuge des ersten Loses beschafft – darunter 337 Schützenpanzer und 13 Fahrschulpanzer. Diese Fahrzeuge werden derzeit durch die Industrie auf den Rüststand S1 gebracht. Hinzu kommen 50 Schützenpanzer des zweiten Loses, die bereits im Rüststand S1 ausgeliefert wurden. Ende 2025 erteilte die Bundeswehr zudem einen Auftrag an die PSM für die Lieferung von 200 weiteren Puma-Schützenpanzern im Rüststand S1, deren Auslieferung ab 2028 beginnen soll.

Nach vollständiger Auslieferung aller bisher bestellten Fahrzeuge würde die Bundeswehr über rund 600 Schützenpanzer Puma verfügen. Medienberichte vom vergangenen Oktober hatten jedoch auf einen Gesamtbedarf des Deutschen Heeres von rund 1.000 Fahrzeugen bis zum Jahr 2035 hingewiesen. Um diese Zielgröße zu erreichen, wären demnach noch etwa 400 zusätzliche Systeme erforderlich.

Beobachter gehen allerdings davon aus, dass das für das dritte Los genannte Volumen von rund fünf Milliarden Euro nicht für die Beschaffung von 400 weiteren Schützenpanzern ausreichen dürfte. Als realistischere Größenordnung werden eher rund 200 zusätzliche Fahrzeuge genannt. Ob und in welchem Umfang die verbleibende Bedarfslücke in weiteren Beschaffungsvorhaben geschlossen werden soll, blieb zunächst offen.

Schützenpanzer (SPz) Puma bei einer Heißklimaerprobung in den Vereinigten Arabischen Emiraten, am 17.10.2012. Bild: Bundeswehr/Sebastian Wilke
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