Bild: Bombardier
Der erste Testflug des modifizierten Flugzeugs für das Projekt PEGASUS fand 2024 in Wichita in den USA statt.

In einer angespannten globalen Sicherheitslage gewinnt die frühzeitige Informationsgewinnung entscheidende Bedeutung für den Erfolg militärischer Missionen. Mit dem neuen Aufklärungssystem PEGASUS (Persistent German Airborne Surveillance System) erhält die Bundeswehr ein modernes Werkzeug zur Krisenfrüherkennung und Lagebeurteilung, das Streitkräfte und Regierungsstellen vor überraschenden militärischen Entwicklungen schützen soll.

Musterwechsel nach jahrzehntelanger Fähigkeitslücke

Das Projekt basiert auf drei modifizierten Geschäftsreiseflugzeugen des Typs Bombardier Global 6000. Mit ihrer Einführung schließt die Bundeswehr eine Lücke in der signalerfassenden Luftaufklärung, die seit der Ausmusterung der betagten Breguet 1150 M Atlantic im Jahr 2010 bestand. Frühere Nachfolgeprojekte wie die Entwicklung des Eurohawk oder die geplante Beschaffung der unbemannten MQ-4 Triton wurden nach Erprobungen wegen fehlender Voraussetzungen aufgegeben.

Die neuen Flugzeuge erfassen militärischen Funkverkehr sowie Radaremissionen aus großen Distanzen. Ziel ist die großräumige Überwachung sowie die Gewinnung strategischer Daten für das militärische Nachrichtenwesen.

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Technischer Zeitplan und Umbauphasen

Nach dem bestandenen „Critical Design Review“ im Jahr 2023 passte der Hersteller Bombardier die drei Jets im US-Werk Wichita technisch an. Nach erfolgreichen Testflügen und der Zulassung durch die US-Luftfahrtbehörde FAA wurden Ende 2025 die ersten beiden Maschinen nach Deutschland überführt. Bei Lufthansa Technik in Hamburg erfolgt derzeit die Integration der von Hensoldt entwickelten Sensortechnik zur Fernmelde- und Elektronischen Aufklärung (SIGINT). Insgesamt sind etwa 30 Unternehmen an dem Gesamtsystem beteiligt.

Die Übergabe der Flotte an die Truppe soll ab 2027 beginnen, die initiale Einsatzbereitschaft ist für 2028 vorgesehen.

Das Flugzeug Bombardier Global 6000 in der Modifikationsphase. Bild: Bombardier

Teilstreitkraftübergreifender Betrieb in Schleswig

Homebase der dreiköpfigen Flotte wird das Taktische Luftwaffengeschwader 51 „Immelmann“ im schleswig-holsteinischen Schleswig-Jagel sein. Das Gesamtsystem umfasst neben den Luftfahrzeugen ein SIGINT-Bodensegment, ein Referenzsystem sowie entsprechende Ausbildungseinrichtungen.

Der Betrieb erfolgt in enger Kooperation zweier Organisationsbereiche: Während das Flugpersonal von der Luftwaffe gestellt wird, bedienen Spezialistinnen und Spezialisten des Organisationsbereichs Cyber- und Informationsraum (CIR) die Aufklärungssysteme an Bord. Dieses Modell entspricht der bewährten Zusammenarbeit auf den Flottendienstbooten der Marine.

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