Die Bundeswehr geht den nächsten Schritt bei der Modernisierung ihrer hubschraubergestützten Bewaffnung. Das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) hat die in Koblenz ansässige Dillon Europe GmbH – eine Tochtergesellschaft des US-Rüstungsunternehmens Dillon Aero – mit der Lieferung von schweren Drehrohr-Maschinengewehren des Typs 503D im Kaliber 12,7 x 99 mm (.50 BMG) beauftragt. In den Streitkräften wird das System künftig unter der offiziellen Bezeichnung MG7 geführt.
Wie aus einer aktuellen Bekanntmachung auf der europäischen Vergabeplattform TED hervorgeht, umfasst der per Direktvergabe erteilte Auftrag zunächst drei MG7-Basiswaffen. Zum Paket gehören neben den Ergänzungssätzen und der passenden Munition auch umfassende Ausbildungs- und Unterstützungsleistungen. Diese ersten Systeme dienen als essenzielle Nachweismuster für die anstehende Qualifizierung der Waffe durch die Bundeswehr.
Hauptaugenmerk der Beschaffung liegt auf dem künftigen Arbeitspferd der Lufttransportverbände: Das MG7 soll als Bewaffnung für die 60 bestellten „Schweren Transporthubschrauber“ (STH) vom Typ CH-47F Block II Chinook dienen, deren Auslieferung ab 2027 geplant ist. Dem Vernehmen nach ist das schwere Maschinengewehr speziell für den Schutz über die Heckrampe des Chinooks vorgesehen. Die Flanken der Maschine werden hingegen mit dem leichteren MG6 im Kaliber 7,62 x 51 mm abgesichert. Militärexperten gehen zudem davon aus, dass das MG7 nach der erfolgreichen Truppeneinführung langfristig auch auf anderen Fahrzeug- oder Flugzeugplattformen der Bundeswehr integriert werden könnte.

Technisch handelt es sich bei der 503D um ein elektrisch angetriebenes und luftgekühltes Gatling-Maschinengewehr, das über ein rotierendes Bündel aus drei Rohren verfügt. Der Name ist dabei Programm: Die „50“ steht für das wuchtige Kaliber .50, die „3“ für die Anzahl der Rohre und das „D“ verweist auf den Entwickler Dillon Aero. Das rund 41 Kilogramm schwere Gesamtsystem wird auf dem deutschen Markt exklusiv durch Dillon Europe betreut.
Mit einer Feuergeschwindigkeit von beeindruckenden 1.500 Schuss pro Minute ist die Waffe extrem leistungsstark. Ein logistischer Vorteil: Viele Bauteile sind baugleich mit der M134D (in der Bundeswehr als MG6 bekannt), wodurch sich auch das Bedien- und Wartungskonzept für die Soldaten nahezu identisch gestaltet.
Gleichzeitig bietet die Neuentwicklung im Vergleich zur MG6 im Kaliber 7,62 mm eine massive Steigerung der Kampfkraft. Durch das größere Kaliber verdoppelt sich die effektive Reichweite auf bis zu 2.000 Meter. Darüber hinaus eröffnet das .50-Kaliber ein deutlich vielseitigeres taktisches Munitionsspektrum: Anders als beim kleineren Standardkaliber stehen hier unter anderem auch hocheffektive Sprengbrand-Geschosse (HE) mit Aufschlagzünder zur Verfügung, die eine erhebliche Wirkung im Ziel entfalten.
Titelbild: Dillon Aero/dillonaero.com
