Die Auslieferung der neuen „Schweren Waffenträger Infanterie“ an die Bundeswehr steht unmittelbar bevor. Wie Verteidigungsminister Boris Pistorius während seines Besuchs im australischen Brisbane bekannt gab, werden die ersten in Deutschland gefertigten Einheiten noch in diesem Monat übergeben. Ab Mitte 2026 folgt dann das erste Fahrzeug aus australischer Produktion.

Produktionsteilung zwischen Deutschland und Australien
Aufgrund begrenzter Fertigungskapazitäten in der Bundesrepublik wird ein Großteil des Auftrags in Australien abgewickelt: Von den insgesamt 123 bestellten Systemen werden über 100 im dortigen Werk produziert.
- März 2026: Erste Auslieferungen aus deutscher Produktion.
- Juli 2026: Geplanter Start des Ausbildungsbetriebs für die Truppe.
- Zeitplan: Pat Conroy, der australische Minister für Verteidigungsindustrie, rechnet mit einem Abschluss der Gesamtauslieferung innerhalb von zwei Jahren.
Pistorius betonte, dass die Kooperation beim Radpanzer „Boxer“ über die reine Beschaffung hinausgehe. Er hob den gegenseitigen Technologietransfer und die Stärkung der industriellen Basis hervor: Während Deutschland das Know-how bereitstellt, profitiert die Truppe von einer beschleunigten Verfügbarkeit der Systeme.
Erweiterte Rüstungskooperation im Bereich Marine und Drohnen
Im Rahmen des Besuchs wurde zudem eine engere Zusammenarbeit bei Gefechtsköpfen vereinbart. Eine entsprechende Absichtserklärung zwischen dem australischen Verteidigungsministerium und dem deutschen Unternehmen TDW (eine Tochter von MBDA) wurde bereits unterzeichnet.
Ziel ist die gemeinsame Entwicklung, Fertigung und Instandhaltung von Gefechtsköpfen, die primär für die Marine – etwa für die Naval Strike Missile (NSM) – vorgesehen sind. Da der Hersteller Kongsberg eigene Fertigungslinien in Australien aufbaut, ergibt sich hier eine strategische Synergie.
Fokus auf die „Ghostbat“-Drohne
Ein weiterer Schwerpunkt der Reise war die Besichtigung der Jagdbomberdrohne „Ghostbat“ von Boeing. Die Bundeswehr prüft derzeit intensiv, mit welchen unbemannten Systemen sie die Fähigkeiten der Luftwaffe im Bereich der Bodenzielbekämpfung ergänzen kann.
„Bevor eine Entscheidung für ein Modell getroffen werde, gehe es um Marktsichtung und Tests der verschiedenen Modelle von verschiedenen Herstellern“, so Pistorius.
Die „Ghostbat“ gilt dabei als eine der Optionen im laufenden Auswahlprozess. Der Minister unterstrich abschließend, dass die Kooperation mit wertegleichen Partnern wie Australien essenziell für die globale Verteidigung und die Wahrung einer regelbasierten Ordnung sei.