Spezialkräfte erhalten erste Caracal Fahrzeuge im August
17. Juli 2026Der Oberstleutnantca. 3 Min. Lesezeit
Bild: Rheinmetall AGDas luftverladbare Fahrzeug Caracal, ausgestattet mit einem schweren Maschinengewehr vom Kaliber 50, wird auf dem Tag der Infanterie in Hammelburg vorgestellt.
Der Düsseldorfer Rüstungskonzern Rheinmetall hat am 30. Juni 2026 mit der Serienproduktion der neuen Luftlandeplattform Caracal begonnen. Wie das Unternehmen bestätigte, sollen die ersten Serienfahrzeuge bereits Ende August an die deutschen Streitkräfte übergeben werden. Die ersten Einheiten sind für spezialisierte Verbände sowie die Spezialkräfte der Bundeswehr vorgesehen, womit sich die ursprünglich für November 2025 geplante Auslieferung leicht verzögert hat.
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Ein binationales Großprojekt mit den Niederlanden
Das Vorhaben geht auf eine Entscheidung aus dem Jahr 2022 zurück, bei der Deutschland und die Niederlande beschlossen, die Fahrzeugflotten ihrer Luftlandetruppen gemeinsam zu modernisieren. Unter deutscher Federführung schloss das Beschaffungsamt BAAINBw im Juli 2023 eine Rahmenvereinbarung mit Rheinmetall über die Lieferung von bis zu 3.058 Fahrzeugen ab.
In einer ersten Tranche wurden bereits 1.508 Einheiten fest bestellt – aufgeteilt in 1.004 Fahrzeuge für Deutschland und 504 für die Niederlande. Die Plattform stößt auch international auf Interesse und befindet sich derzeit in Österreich und Großbritannien im laufenden Wettbewerb.
Logistischer Vorteil: Um die spätere Instandhaltung zu vereinfachen, nutzen die Fahrzeuge beider Nationen dasselbe Fahrgestell und denselben Antriebsstrang. Die spezifischen Rüstsätze werden jedoch individuell an die jeweiligen nationalen Anforderungen angepasst.
Das luftverladbare Fahrzeug Caracal, ausgestattet mit einem schweren Maschinengewehr vom Kaliber 50, wird auf dem Tag der Infanterie in Hammelburg vorgestellt Bild: Rheinmetall AG
Beschaffungsdetails und vielseitige Einsatzvarianten
Insgesamt plant die Bundeswehr den Kauf von 2.054 Fahrzeugen in vier Grundvarianten. Die bisherige Festbestellung im Wert von rund 832 Millionen Euro für die Fahrzeuge und 566 Millionen Euro für die Führungs- und Sanitätsausstattung deckt jedoch zunächst 1.004 Systeme ab. Neben fünf Erprobungsmustern umfasst dieser Abruf 115 Sanitätsfahrzeuge sowie 884 Transportfahrzeuge, die in zehn unterschiedliche Untervarianten aufgeteilt sind. Diese reichen von Führungs-, Späh- und Fernspähversionen über Instandsetzungs- und Feuerleitfahrzeuge bis hin zu speziellen Ausführungen für Diensthundeführer.
Die verbleibenden Systeme sowie die Varianten 3 und 4 – darunter eine dreiachsige 6×6-Version – verbleiben vorerst als Option im Rahmenvertrag. Ein entscheidender operativer Vorteil aller Modelle ist ihre Lufttransportfähigkeit als Innenlast im Transporthubschrauber CH-47F. Zudem sind die Motoren auf die Euro-3-Norm ausgelegt, um im Einsatz auch den Betrieb mit qualitativ minderwertigem Dieselkraftstoff zu gewährleisten.
Kooperation und technische Spezifikationen
Der Caracal ist das Ergebnis einer engen Industriepartnerschaft zwischen Rheinmetall, Mercedes-Benz und der Armoured Car Systems GmbH (ACS):
ACS fertigt die Bodenbaugruppen und den modularen Aufbau.
Mercedes-Benz integriert das Fahrwerk und den Antriebsstrang der G-Klasse.
Rheinmetall übernimmt den finalen Ausbau und die Endmontage.
Technisch basiert die Fahrzeugfamilie auf dem modernen G-Klasse-Fahrgestell der Baureihe 464. Ein Sechszylinder-Dieselmotor mit 183 kW (249 PS) beschleunigt den Allradler auf bis zu 130 km/h und liefert ein Drehmoment von 600 Nm. Mit seinen kompakten Maßen von 4,35 Metern Länge, 1,81 Metern Breite und 1,85 Metern Höhe ist das Fahrzeug extrem wendig. Es bewältigt Steigungen von bis zu 60 Prozent, überwindet Stufen von 33 Zentimetern und überquert Gräben mit einer Breite von bis zu 50 Zentimetern. Für den Schutz der Besatzung können je nach Bedrohungslage adaptive Schutzelemente angebracht werden. Die Bewaffnung erfolgt flexibel über eine Drehringlafette auf dem Dach sowie eine zusätzliche Beifahrerlafette.
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