Bild: Bundeswehr/Cora Mohrdieck
Seit dem 16. Juli 2026 unterstützen die Crews der beiden CH-53 die Einsatzkräfte am Boden im Kampf gegen den Waldbrand im Müritz-Nationalpark.

Seit Montag, dem 13. Juli 2026, wütet im Müritz-Nationalpark im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte ein schwerer Waldbrand. Das Feuer brach auf dem Gelände eines ehemaligen Truppenübungsplatzes aus und hat sich, begünstigt durch starke Winde, inzwischen auf eine Fläche von rund 360 Hektar ausgebreitet. Dies entspricht der Größe von etwa 500 Fußballfeldern. Da sich die Flammen vor allem nach Süden und Osten bewegen, mussten die nahegelegenen Ortschaften Granzin und Granziner Mühle evakuiert werden. Der Ortsteil Granzin soll bis auf Weiteres evakuiert bleiben.

Gefährlicher Einsatz auf munitionsbelastetem Boden

Die Brandbekämpfung am Boden gestaltet sich für die zivilen Kräfte als äußerst gefährlich und langwierig. Nach Angaben von Landrat Thomas Müller sind im betroffenen Gebiet immer wieder Detonationen zu hören. Eine besonders schwere Explosion wird auf panzerbrechende Munition zurückgeführt. Das Areal ist massiv mit Kampfmitteln belastet, da in Mecklenburg-Vorpommern rund zehn Prozent der gesamten Waldfläche als munitionsbelastet gelten. Wegen der akuten Explosionsgefahr muss am Boden und auch in der Luft ein Sicherheitsabstand von mindestens 1.000 Metern eingehalten werden, weshalb große Teile des Geländes nicht betreten werden können. Aus diesem Grund ist noch unklar, ob das Löschwasser direkt über den eigentlichen Brandherden abgeworfen werden kann.

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Luftunterstützung durch die Bundeswehr

Da die zivilen Einsatzkräfte die weitere Ausbreitung des Feuers am Boden nicht mehr aufhalten konnten, forderte der Landkreis am späten Abend des 15. Juli Unterstützung durch die Bundeswehr an. Der Amtshilfeantrag wurde bewilligt, sodass seit dem 16. Juli zwei Großhubschrauber des Typs CH-53 vom Hubschraubergeschwader 64 der Luftwaffe aus Holzdorf im Einsatz sind. Das primäre Ziel der Flüge ist es, die Waldflächen nördlich von Granzin gezielt zu wässern. Damit soll verhindert werden, dass das Feuer auf die evakuierte Ortschaft und auf die wichtige Bahnverbindung zwischen Berlin und Rostock übergreift.

Die beiden Hubschrauber können jeweils bis zu 5.000 Liter Wasser transportieren. Als Entnahmestellen dienen der Dambecker See, der Granziner See, der Käbelicksee und der Priesterbäker See. Neben den beiden schweren Maschinen der Luftwaffe war zeitweise auch ein kleinerer Hubschrauber vor Ort.

Beispielbild Einsatz Wasserbehöälter Smokey. Transporthubschrauber CH-53 entleert den 5.000 Liter fassenden Wasserbehälter Smokey über dem Einsatzort bei Treuenbrietzen im Rahmen der Unterstützung bei der Waldbrandbekämpfung südlich von Berlin, am 24.08.2018. Bild: Bundeswehr/Johannes Heyn

Hoffnung auf Wetterumschwung und weitere Verstärkung

Mittlerweile sind rund 400 Einsatzkräfte an den Löscharbeiten im größten Festland-Nationalpark Deutschlands beteiligt. Die örtlichen Feuerwehren erhalten dabei auch personelle und materielle Unterstützung aus anderen Bundesländern. Der Einsatz der Bundeswehr-Hubschrauber soll am darauffolgenden Vormittag gegen 10:30 Uhr fortgesetzt werden. Neben dem unermüdlichen Einsatz der Helfer hoffen die Verantwortlichen vor Ort vor allem auf die Natur: Ein angekündigter Gewitterregen soll den starken Wind abflauen lassen und den Brand entscheidend eindämmen.

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