Die Bundeswehr treibt die Modernisierung und den personellen Ausbau ihrer Mittleren Kräfte weiter voran. Wie man aus Parlamentskreisen erfahren hat, soll die Fahrzeugflotte der Panzergrenadierverbände spürbar vergrößert werden. Zu diesem Zweck beabsichtigt das Verteidigungsministerium, eine bestehende Kaufoption über 35 zusätzliche Radschützenpanzer des Typs „Schakal“ zu ziehen. Die Beschaffung läuft über einen bereits bestehenden Rahmenvertrag mit der europäischen Rüstungsagentur OCCAR.

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Das finanzielle Gesamtvolumen für diese Nachbeschaffung beläuft sich dem Vernehmen nach auf knapp 650 Millionen Euro. Der Zeitplan für den Zulauf steht ebenfalls im Raum: Die Truppe kann voraussichtlich in den Jahren 2032 und 2033 mit der Auslieferung der 35 zusätzlichen Systeme rechnen. Eine Entscheidung im Parlament zeichnet sich zeitnah ab; Beobachter gehen davon aus, dass sich der Haushalts- und der Verteidigungsausschuss des Bundestages noch vor der anstehenden Sommerpause mit dem Vorhaben befassen werden. Parallel zu den deutschen Plänen signalisieren offenbar auch die Niederlande Interesse an einem Aufwuchs: Gut informierte Kreise berichten von geplanten Nachbestellungen in einer niedrigen zweistelligen Stückzahl.

Beim „Schakal“, der hierzulande auch unter der Bezeichnung „Radpanzer Mittlere Kräfte“ geführt wird, handelt es sich technisch um das von KNDS Deutschland entwickelte Waffensystem Boxer RCT30. Die Plattform verbindet das bewährte Boxer-Fahrmodul in der technologisch modernisierten Variante „Future Common Drive Module“ mit einem hochgradig spezialisierten Missionsmodul. Kernstück des Letzteren ist eine schlagkräftige Maschinenkanone in einem unbemannten Turm vom Typ RCT30, der sich bereits beim Ketten-Schützenpanzer Puma im Einsatz befindet.

Das Großprojekt war im Herbst vergangenen Jahres final politisch auf den Weg gebracht worden. Nachdem der Haushaltsausschuss des Bundestages am 15. Oktober 2025 das nötige Budget von rund 3,4 Milliarden Euro freigegeben hatte, folgte die vertragliche Initialzündung: Über die OCCAR wurde die ARTEC GmbH – ein Gemeinschaftsunternehmen von Rheinmetall und KNDS Deutschland – mit der Konstruktion und Lieferung von zunächst 150 Schakal-Radschützenpanzern für die Bundeswehr sowie 72 Systemen für die niederländischen Streitkräfte beauftragt. Das milliardenschwere Vertragsvolumen deckt dabei nicht nur die reinen Fahrzeuge ab, sondern zu einem erheblichen Teil auch Ausbildungssimulatoren, umfassende Ersatzteilpakete sowie weitreichende Logistik- und Serviceleistungen.

Die ersten Serienfahrzeuge sollen der Bundeswehr planmäßig ab Ende 2027 übergeben werden, wobei sich die Auslieferung der Haupttranche bis ins Jahr 2031 erstrecken wird. Die Niederlande müssen sich etwas länger gedulden; hier ist der Zulauf der ersten Systeme für Ende 2028 avisiert. Der damals ausgehandelte Rahmenvertrag bietet zudem noch erheblichen Spielraum für die Zukunft: Er sichert den Partnerstaaten Optionen für bis zu 248 weitere Schakale – 200 davon entfallen auf das Kontingent der Bundeswehr.

Bilder: KNDS

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