Der Wolf 2 ist ein militärisches Mehrzweckfahrzeug der Bundeswehr und das Nachfolgemodell des seit den 1980er-Jahren genutzten Wolf (Mercedes-Benz G-Klasse 250 GD). Mit dem Wolf 2 startet die Bundeswehr in eine neue Generation leichter Einsatzfahrzeuge – robuster, moderner und besser vernetzt bringt das Fahrzeug mehr Schutz, Mobilität und Flexibilität für die Truppe.
Entwicklung und Geschichte
Der Wolf 2 ist das Nachfolgemodell des seit den 1980er-Jahren genutzten Mercedes-Benz 250 GD Wolf (Baureihe W 461). Mitte 2024 vereinbarte das Beschaffungsamt der Bundeswehr den Wolf 2 als Nachfolger. Im Juli 2024 schloss die Bundeswehr mit Mercedes-Benz einen Rahmenvertrag über die Lieferung von zunächst 1.500 Fahrzeugen ab; der Vertrag sieht eine Option auf insgesamt bis zu 5.800 Exemplare vor. Bereits im November 2024 wurden die ersten fünf Vorserienfahrzeuge an die Wehrtechnische Dienststelle zur Erprobung übergeben, wobei insbesondere Belastbarkeit, Geländetauglichkeit sowie die Integration der digitalen Führungsarchitektur D-LBO im Mittelpunkt standen. Ab Ende 2025 soll die Serienauslieferung mit einer geplanten Fertigungsrate von bis zu 30 Fahrzeugen pro Woche beginnen. Bis Ende 2032 sollen der Truppe bis zu 5.800 Wolf 2 bereitgestellt werden.
Technik
Basis des Wolf 2 ist die militärische Baureihe W 464 der Mercedes-Benz G-Klasse. Das Fahrzeug hat einen Leiterrahmen mit aufgesetzter Karosserie, ist für eine zulässige Gesamtmasse von 4,5 t ausgelegt und kann vier voll ausgerüstete Soldaten einschließlich Waffen, Munition und persönlicher Ausrüstung transportieren; die Nutzlast beträgt bis zu 1,2 t. Eine zentrale technische Neuerung ist die serienmäßige Digitalisierung: Der Wolf 2 ist das erste Fahrzeug, das serienmäßig mit der neuen digitalen Funk- und Führungsarchitektur D-LBO (Digitalisierung landbasierter Operationen) ausgestattet ist. Hierfür ist im Heckbereich ein standardisiertes Einbaurack vorgesehen, das die Aufnahme unterschiedlicher Geräte ermöglicht. Darüber hinaus erfüllt das Fahrzeug anspruchsvolle Geländeanforderungen: Eine Steigfähigkeit von 60 Prozent erfüllt der Wolf 2 nach Bundeswehrangaben mit Leichtigkeit und kann auch am Hang stehen bleiben und seine Fahrt fortsetzen. Mithilfe eines Schnorchels kann der Wolf 2 durch bis zu 75 Zentimeter Wasser waten. Sollte der Wolf 2 feststecken, kann er sich durch seine Seilwinde selbst bergen.
Technische Daten
| Basis | Mercedes-Benz G-Klasse, Baureihe W 464 |
| Zul. Gesamtmasse | 4,5 t |
| Nutzlast | bis zu 1,2 t |
| Besatzung / Transportkapazität | bis zu 4 Soldaten mit Ausrüstung |
| Wattiefe | 75 cm (mit Schnorchel) |
| Steigfähigkeit | 60 % |
| Funk- und Führungsausstattung | D-LBO (Digitalisierung landbasierter Operationen), Vollausstattung serienmäßig |
| Hersteller | Mercedes-Benz |

Varianten
Der Wolf 2 wird in zwei Hauptvarianten eingeführt: als Führungsfahrzeug sowie in einer speziellen Version für die Feldjäger mit angepasster Sondersignalanlage. Die Variante der Feldjäger unterscheidet sich lediglich im Detail, etwa durch die Sondersignalanlage oder die im Front- und Heckbereich integrierten Blaulichter. Weitere Sonderausstattungen, wie sie beim Vorgänger Wolf für Sanitäts- oder Luftlandeeinheiten üblich waren, werden künftig durch andere Fahrzeugsysteme übernommen.
Nutzung bei der Bundeswehr
Der Wolf 2 nimmt bei der Digitalisierung der Bundeswehr eine Vorreiterrolle ein, da er seit 2025 bereits mit der D-LBO-Vollausstattung ausgeliefert wird. Durch die Beschaffung des neuen leichten Lkw trägt Deutschland zudem dazu bei, seine NATO-Verpflichtungen zu erfüllen. Das Fahrgestell des Wolf 2 ist dasselbe wie im Projekt Luftlandeplattform, was Vorteile hinsichtlich Ausbildung und Logistik mit sich bringt. Die ersten Serienfahrzeuge werden zunächst ohne D-LBO-Komponenten ausgeliefert; deren Einbau erfolgt anschließend durch die Bundeswehr selbst sowie durch spezialisierte Partnerunternehmen – ab April 2026 ist die regelmäßige Ausstattung der Truppe vorgesehen. Die Erprobung der Vorserienfahrzeuge erfolgte durch die Wehrtechnische Dienststelle (WTD) 41 in Trier, wo das Fahrzeug unter anderem in einer Klimakammer bei Temperaturen von minus 34 bis plus 49 Grad Celsius sowie verschiedenen Feuchtigkeitsbedingungen auf seine Funktionsfähigkeit geprüft wurde.
Quellen (6)
- Bundeswehr.de: Wolf 2 – ein leichter Lkw für die Bundeswehr
- Bundeswehr.de: Erprobung des neuen Geländewagens Wolf 2
- Bundeswehr.de: Ein neues Arbeitspferd für die Truppe: Der Geländewagen Wolf 2
- Bundeswehr.de: Digitalisierung landbasierter Operationen der Bundeswehr
- Wikipedia.de: Wolf 2
- Wikipedia.de: Wolf (Fahrzeug)
