Der Eagle IV ist ein Geschütztes Führungs- und Funktionsfahrzeug (GFF), das seine Insassen vor vielfältigen Bedrohungen wie Sprengfallen, Minen und direktem Beschuss schützt. Das Fahrzeug basiert auf dem Fahrgestell des Mowag Duro IIIP und wird von General Dynamics European Land Systems (GDELS) hergestellt.
Entwicklung und Geschichte
Der Eagle IV wurde im November 2003 kommerziell eingeführt und erreichte 2004 bei der dänischen Armee seine Erstbefähigung (IOC). Im Jahr 2008 wurde der Eagle IV im Rahmen der Ausschreibung GFF Klasse 2 ausgewählt; eine erste dringende Bestellung über 25 Fahrzeuge als Patrouillenschutzfahrzeuge für den ISAF-Einsatz erfolgte im Juli 2008. Drei weitere Beschaffungslose folgten (173, 60 und 95 Fahrzeuge). Am 5. November 2009 erteilte der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages die Genehmigung zur Beschaffung von 198 weiteren Fahrzeugen zu Gesamtkosten von 105,7 Millionen Euro. Seit 2008 hat die Bundeswehr insgesamt 670 Fahrzeuge der Typen Eagle IV und V beschafft.
Technik und Ausstattung
Der Eagle IV zeichnet sich durch hohen Ballistik- und Minenschutz aus und ist mit einem Wankstabilisator, einer Klimaanlage sowie permanentem Allradantrieb ausgestattet. Die gepanzerte Kabine erfüllt den Schutzstandard STANAG 4569 Stufe III; der Minenschutz entspricht STANAG 4569 Stufe IIa. Zur Serienausstattung gehören eine ABC-Schutzanlage, eine Reifendruckregelanlage und ein Pritschenaufbau; einige Varianten verfügen zusätzlich über eine elektrisch angetriebene Seilwinde. Die Trommelwinde der Variante „Einsatzfahrzeug Patrouillensicherung“ bietet im einfachen Seilzug eine Zugkraft von 5 Tonnen bei 30 Meter Seillänge. Die Reichweite beträgt über 700 Kilometer; die Wattiefe liegt bei einem Meter bei langsamer Fahrt.
Technische Daten
| Hersteller | General Dynamics European Land Systems (GDELS) / Mowag |
| Länge | 5,40 Meter |
| Breite | 2,16 Meter |
| Höhe | 2,40 Meter (ohne FLW); 2,90 Meter mit FLW 100 |
| Gewicht | 8,5 Tonnen |
| Nutzlast | 1,4 Tonnen |
| Besatzung | bis zu 4 Soldaten |
| Motor | Cummins 6-Zylinder-Viertakt-Dieselmotor, 5,9 l Hubraum, EURO III, Turbolader und Ladeluftkühler |
| Leistung | 184 kW (250 PS) |
| Getriebe | 5-Stufen-Automatik |
| Antrieb | Permanenter Allradantrieb (4×4) |
| Höchstgeschwindigkeit | 100 km/h |
| Reichweite | über 700 km |
| Steigfähigkeit | 60 Prozent |
| Böschungswinkel | 45 Grad (vorne) |
| Wattiefe | 1 Meter |
| Anhängerlast | 3,5 Tonnen |
| Schutzstandard Ballistik | STANAG 4569 Stufe III |
| Schutzstandard Mine | STANAG 4569 Stufe IIa |
| Fahrgestell | Mowag Duro IIIP (baugleich mit Yak und Duro III) |
Varianten
Der Eagle IV ist in mehreren zweckspezifischen Ausführungen bei der Bundeswehr im Einsatz. Die Variante „Einsatzfahrzeug Patrouillensicherung“ ist mit der fernbedienbaren leichten Waffenstation FLW 100 ausgestattet. Daneben existiert eine Ausführung als Beweglicher Arzttrupp (BAT) für den Sanitätsdienst. Sämtliche für die Bundeswehr beschafften GFF2-Fahrzeuge sind mit der fernbedienbaren Waffenstation KMW FLW 100/200 ausgestattet. Der Eagle IV wurde durch den zu 85 Prozent baugleichen Eagle V ergänzt, der über ein höheres zulässiges Gesamtgewicht und einen verbesserten Schutz vor ballistischen Bedrohungen und Minen verfügt.
Nutzung bei der Bundeswehr
Der Eagle IV wird im Heer, in der Luftwaffe, der Marine sowie im Cyber- und Informationsraum und im Unterstützungsbereich einschließlich Sanitätsdienst eingesetzt. Das Fahrzeug ist lufttransportfähig und kann mit der Transall sowie dem Airbus A400M transportiert werden. Die Truppe setzte den Eagle unter anderem bei der UN-Stabilisierungsmission MINUSMA in Mali ein. Auch bei der EU-Trainingsmission EUTM Mali bewährte sich das Fahrzeug im täglichen Betrieb. Störsender können das Auslösen vergrabener Sprengladungen verhindern; die hochmoderne Funktechnik ermöglicht es den Soldaten, stets Kontakt zur Führung zu halten.
