Im Einsatzland bietet ein Feldlager Soldatinnen und Soldaten eine sichere Unterkunft. Es ist ein Stützpunkt von Teilen oder des gesamten Einsatzkontingents und dessen Ausrüstung. Charakteristisch sind Container und kleinere Gebäude, in denen gewohnt und gearbeitet wird, sowie ein Schutzzaun, der das Gelände umschließt.
Aufbau und Infrastruktur
Ein Feldlager beschreibt eine von einer Armee geschaffene Infrastruktur. Man kann es sich wie eine kleine Stadt vorstellen: Es dient den Soldatinnen und Soldaten als Ausgangspunkt für militärische Operationen, als Unterkunft und Arbeitsstätte. Zu den typischen Einrichtungen zählen Krankenhäuser, Werkstätten, Unterkünfte, Einkaufsmöglichkeiten und eine Truppenküche.
Ausbau in Phasen
Der Aufbau eines Feldlagers erfolgt schrittweise. In den Jahren nach der Errichtung wird es kontinuierlich ausgebaut: Provisorische Zelt- und Containerbehausungen werden durch feste Gebäude ersetzt, unbefestigte Straßen und Wege asphaltiert und Einrichtungen wie Feldlazarette und Truppenküchen erweitert.
- Phase 1: Zelte dienen als erste provisorische Unterkünfte.
- Phase 2: Die Zelte werden durch Container ersetzt.
- Phase 3: Feste Gebäude und befestigte Straßen werden errichtet.
Schutz und Sicherung
Im Feldlager steht die Sicherheit der Soldatinnen und Soldaten an erster Stelle. Sie sollen sich im Lager frei bewegen, arbeiten, verpflegen, in geschützten Unterkünften wohnen und Sport ausüben können. Je nach Einsatzgebiet werden Lagergrenzen und Schutzwälle mithilfe von Schüttgutkörben errichtet, um Schutz vor Beschuss oder Splittern zu bieten. An einigen Stellen der Lagerbegrenzung sind rund um die Uhr besetzte Sicherungstürme errichtet.
Errichtung durch Spezialpioniere
Die Spezialpioniere der Bundeswehr gehören zu den ersten Soldatinnen und Soldaten, die in einen bevorstehenden Einsatz gehen. Sie schaffen die Voraussetzungen für eine längere Stationierung und Versorgung der Truppe. Zunächst wird ein geeigneter Platz gefunden, dann befreien Kampfmittelabwehr-Spezialisten die Fläche von Kampfmitteln, bevor Pioniermaschinenkräfte mit Baggern, Raupen und Kippern anrücken. Zur vollständigen Infrastruktur gehören Strom- und Wasserleitungen, Straßen sowie eine autarke Zeltstadt mit Unterkunfts-, Verpflegungs- und Arbeitsbereichen und sanitären Einrichtungen.
Nutzung bei der Bundeswehr
Die Bundeswehr hat in zahlreichen Auslandseinsätzen Feldlager betrieben. Bekannte Beispiele sind das Feldlager Prizren, das von 1999 bis 2018 im Rahmen der KFOR-Mission im Kosovo betrieben wurde, sowie das Feldlager Kundus in Afghanistan, das sich am östlichen Ufer des Kundus-Flusses befand. Mit der Errichtung eines Ehrenhains gedenken die Soldatinnen und Soldaten in ihrem Feldlager den vor Ort gefallenen Kameraden. Verlässt die Bundeswehr einen Stützpunkt, werden die Ehrenhaine ab- und im Wald der Erinnerung in Deutschland wieder aufgebaut.
Video
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- https://www.bundeswehr.de/de/auftrag/einsaetze/einsatzlexikon-83034
- https://www.bundeswehr.de/de/organisation/heer/aktuelles/lagerberg-abc
- https://www.bundeswehr.de/de/auftrag/einsaetze/missionen/abgeschlossene-einsaetze-der-bundeswehr/minusma/einsatz-minusma-feldlager-pioniere-5044532
- https://www.bundeswehr.de/de/auftrag/einsaetze/missionen/abgeschlossene-einsaetze-der-bundeswehr/minusma/einsatz-minusma-feldlagerschutz-camp-castor-5096258
- https://www.bundeswehr.de/de/organisation/unterstuetzungsbereich/logistik/spezialpioniere
- https://de.wikipedia.org/wiki/Feldlager_Prizren
- https://de.wikipedia.org/wiki/Feldlager_Kundus