Der Tornado (offiziell PA-200 Tornado) ist ein zweisitziges Allwetter-Kampfflugzeug, das ab 1980 von Deutschland, Großbritannien und Italien in die Streitkräfte eingeführt wurde. Die deutschen Einsatz- und Ausbildungsverbände der Luftwaffe verfügten über insgesamt 85 Maschinen, die in mehreren Versionen betrieben werden.
Technische Besonderheiten
Ein charakteristisches Merkmal des Tornado ist seine Fähigkeit zum Tiefstflug auf Baumwipfelhöhe. Das Geländefolgeradar TFR (Terrain Following Radar) ermöglicht einen dem Geländeprofil angepassten extremen Tiefflug in 60 Meter Höhe bei nahezu jeder Wetterlage, wobei der Autopilot die Steuerung übernimmt. Im reinen Sichtflug mit manueller Steuerung durch den Piloten kann die Flughöhe bis auf 30 Meter weiter verringert werden.
Versionen
Tornado IDS (Interdiction Strike)
Der IDS ist die Basisversion des Tornado-Jagdbombers. Er wird eingesetzt zur Luftnahunterstützung von Bodentruppen, zur Gefechtsfeldabriegelung (Verhinderung des Eintreffens feindlicher Bodentruppen) sowie zum Luftkampf gegen feindliche Stellungen und Einrichtungen. Die Maschinen führen zusätzlich Mittel zur Selbstverteidigung mit.
Tornado ECR (Electronic Combat and Reconnaissance)
Die ECR-Version wurde auf Anforderung der Luftwaffe aus dem IDS entwickelt. Sie dient der Lokalisierung, Identifizierung und gegebenenfalls Bekämpfung feindlicher Radaranlagen. Das Emitter Location System (ELS) lokalisiert und identifiziert Radargeräte; gegnerische Anlagen können anschließend mit der Antiradarlenkwaffe AGM-88B HARM (High Speed Anti-Radiation Missile) bekämpft werden.
Tornado Recce (Aufklärungsversion)
Ein Teil der IDS-Maschinen ist zur fotooptischen und Infrarotaufklärung befähigt und wird als Tornado Recce bezeichnet. Die Aufklärungssensoren werden in einem Behälter – dem sogenannten Recce-Pod – unter dem Rumpf des Luftfahrzeugs mitgeführt. Seit 2009 verfügt die Bundeswehr zusätzlich über das digitale Aufklärungssystem „RecceLite“, das hochauflösendes Bildmaterial bei Tag und Nacht mithilfe von Infrarot- und optischen Sensoren aus niedriger und mittlerer Höhe erfasst und damit eine verbesserte Auswertungsqualität bei reduzierter Besatzungsgefährdung ermöglicht.
Verbände
Die folgende Übersicht zeigt die Einsatzverbände der Luftwaffe mit dem Tornado:
| Verband | Ort | Version |
|---|---|---|
| Aufklärungsgeschwader 51 „Immelmann“ | Jagel | Tornado IDS/Recce |
| Jagdbombergeschwader 32 | Lechfeld | Tornado ECR/IDS |
| Jagdbombergeschwader 33 | Büchel | Tornado IDS |
Die Ausbildungsverbände mit dem Tornado:
| Verband | Ort | Version |
|---|---|---|
| Fliegerisches Ausbildungszentrum der Luftwaffe | Holloman AFB, USA | Tornado IDS |
| Technische Schule der Luftwaffe 1 | Kaufbeuren | Tornado IDS |
Technische Daten
| Kenngröße | Wert |
|---|---|
| Länge | 17,23 m |
| Höhe | 5,95 m |
| Spannweite bei 25° Pfeilung | 13,91 m |
| Spannweite bei 67° Pfeilung | 8,56 m |
| Flügelfläche bei 25° Pfeilung | 31 m² |
| Leergewicht | 14.092 kg |
| Maximales Startgewicht | 28.500 kg |
Bewaffnung
| Waffe | Aufgabe | Version |
|---|---|---|
| Bordkanone Mauser 27 mm (2×) | Selbstverteidigung | IDS |
| AIM-9L Sidewinder | Selbstverteidigung | alle |
| LFK IRIS-T | Selbstverteidigung | alle |
| AGM-88B HARM | Radarzielbekämpfung | alle |
| TAURUS KEPD 350 | Abstandswaffe | IDS |
| GBU-24 | Präzisionsbewaffnung | IDS |
| Kormoran 2 | Seezielbekämpfung | IDS |
| MK-82 | Bodenzielbekämpfung | alle |

Bilder: Bundeswehr/Rott