Der Leopard 2 ist der Kampfpanzer des Deutschen Heeres und das vielleicht bekannteste Waffensystem der Bundeswehr. Er wird seit 1978 in Serie gebaut und ist der Nachfolger des Leopard 1. Neben Deutschland nutzen ihn mindestens 14 weitere Nationen in verschiedenen, angepassten Varianten.

Entwicklung und Geschichte
Die Ursprünge des Leopard 2 gehen auf ein Abkommen der Bundesrepublik mit den USA zurück, um einen gemeinsamen Panzer zu entwickeln. Das Projekt lief unter dem Namen Kampfpanzer 70, bis es 1970 aufgrund explodierender Kosten sowie technischer Schwierigkeiten eingestellt wurde. Unter Rückgriff auf die bis dahin gewonnenen Erkenntnisse setzte die Bundesrepublik das Projekt unter dem Namen Leopard 2 national fort; Generalunternehmer wurde Krauss-Maffei Wehrtechnik. Im Mai 1978 stellte Krauss-Maffei der Öffentlichkeit den Leopard 2 vor, der mit seiner 120-Millimeter-Glattrohrkanone vom Typ L44 deutlich mehr Feuerkraft als der Leopard 1 aufwies. In acht Baulosen lieferte Krauss-Maffei zwischen Oktober 1979 und März 1992 insgesamt 2.125 Kampfpanzer Leopard 2 an die Bundeswehr. Für den Hersteller Krauss-Maffei Wegmann ist er mit rund 3.600 gebauten Exemplaren ein kommerzieller Erfolg.
Technik und technische Daten
Feuerkraft, Panzerschutz und Beweglichkeit machen die Schlagkraft des Leopard 2 aus. Der Kampfpanzer Leopard 2 kann mithilfe eines Unterwasserfahrschachtes nach kurzer Vorbereitung Gewässer bis zu vier Metern Tiefe durchfahren. Er besitzt ein Hauptzielfernrohr mit Laserentfernungsmesser und Wärmebildgerät und ist damit voll nachtkampffähig. Seine Besatzung besteht aus vier Soldatinnen und Soldaten – einem Kommandanten, einem Richtschützen, einem Ladeschützen und einem Fahrer.
| Hersteller | Krauss-Maffei Wegmann |
| Indienststellung | 1979 |
| Hauptwaffe | 120-mm-Glattrohrkanone (L44 / ab A6: L55) |
| Antrieb | MTU V12-Zweiturbo-Dieselmotor, 1.500 PS |
| Kampfgewicht (A7V) | 63,9 Tonnen |
| Länge (Grundversion) | ca. 9,6 m |
| Breite (Grundversion) | ca. 3,7 m |
| Höhe (Grundversion) | ca. 2,7 m |
| Höchstgeschwindigkeit | bis zu 68 km/h (A7V: 63 km/h) |
| Max. Kampfentfernung | 5.000 m |
| Besatzung | 4 Personen |
Varianten und Kampfwertsteigerung (KWS)
Da auf die Entwicklung eines neuen Kampfpanzers (Kampfpanzerwagen 2000) verzichtet wurde, wurden substantielle Kampfwertsteigerungsmaßnahmen (KWS) für den Leopard 2 erforderlich. Während der Produktionszeit wurden bereits einige Verbesserungen vorgenommen, sodass die Versionen A1, A2, A3 und A4 entstanden. Der Leopard 2 A4 war die optimierte Variante, auf die alle anderen Ausführungen bis 1992 nachgerüstet wurden.
Leopard 2 A5 – Verbesserung der Überlebensfähigkeit (KWS II, ab 1995)
Im November 1995 erhielt die Truppe den ersten von insgesamt 350 beauftragten Leopard 2 A5. Die Kampfwertsteigerungsmaßnahmen umfassten im Wesentlichen:
- Adaption einer Zusatzpanzerung am Turm
- Innenauskleidung des Turmes mit Liner
- Ersatz der elektro-hydraulischen Richtanlage durch elektrische Richtantriebe
- Fahrerluke mit erhöhtem ballistischen Schutz
- Rundblickperiskop mit Tag-/Nachtkanal für den Kommandanten
- Navigationsanlage
- Rückfahrhilfe (TV-Kamera für den Fahrer)
Leopard 2 A6 – Verbesserung der Feuerkraft (KWS I, ab 1999)
Krauss-Maffei hatte den Leopard 2 zunächst mit einer Kanone vom Typ L44 ausgestattet. Das neue Modell L55 hatte ein um 130 Zentimeter längeres Rohr, welches eine höhere Reichweite und mehr Durchschlagskraft ermöglichte. Die Leopard 2 A5 waren technisch auf den Einbau der L55-Kanone vorbereitet; diejenigen, die damit ausgerüstet wurden, kamen anschließend als Leopard 2 A6 in die Truppe.
- Einsatz eines längeren Rohres (L/55 statt L/44) für die Hauptwaffe
- Verwendung leistungsgesteigerter KE-Munition (LKE II)
Leopard 2 A6M – Erhöhter Minenschutz (ab 2004)
Mit der Zunahme von Einsätzen im internationalen Krisenmanagement wurden Minen und Sprengfallen als größere Bedrohung eingestuft. Daher wurden einige Leopard 2 A6 unter anderem mit einer Zusatzpanzerung auf der Unterseite ausgestattet. Diese Leopard 2 A6M kamen ab 2004 in die Bundeswehr.
Leopard 2 A7V – Umfassende Modernisierung (ab 2021)
Insgesamt 104 Leopard 2 wurden auf den Rüststand A7V gebracht. Auf dem Gefechtsfeld gewinnt der A7V Vorteile durch eine bessere Duellfähigkeit: Das Rohr der 120-Millimeter-Glattrohrkanone wurde gehärtet und ermöglicht mit reichweitengesteigerter Munition eine maximale Kampfentfernung von bis zu 5.000 Metern. Der 63,9 Tonnen schwere A7V verfügt über ein stärkeres Getriebe und weitere Änderungen am Antriebsstrang, damit das höhere Gewicht keine Auswirkungen auf Beschleunigung und Geländefahrt hat. Weitere Neuerungen sind eine Klimaanlage für längere Durchhaltefähigkeit der Besatzung sowie Wärmebildgeräte der dritten Generation für Kommandant und Richtschützen.
Leopard 2 A7A1 und A8 – Abstandsaktiver Schutz
Erstmals in der Geschichte der Bundeswehr wird im Leopard 2 A7A1 serienmäßig ein abstandsaktives Schutzsystem eingebaut: das kampferprobte Trophy-System des israelischen Herstellers Rafael. Bei Trophy handelt es sich um ein Hard-Kill-System, das anfliegende feindliche Geschosse noch vor ihrem Aufprall auf der Panzerung zerstört. Insgesamt 123 Leopard 2 A8 hat die Bundeswehr bestellt; beim A8 handelt es sich um einen kompletten Neubau, da seit 1992 keine Leopard-2-Kampfpanzer mehr für die Truppe produziert worden waren. Mit der Auslieferung aller bestellten Leopard 2 A8 wird die Flotte der Bundeswehr voraussichtlich auf 430 Kampfpanzer anwachsen.

Minenschutzsystem
An der Wehrtechnischen Dienststelle 91 (WTD 91) in Meppen wurde ein neuartiger, nachrüstbarer Minenschutz für den Leopard 2 entwickelt. Durchführung und Abnahme der Tests erfolgten im Auftrag der Nutzerländer des Leopard 2: Deutschland, Niederlande, Norwegen, Schweden und die Schweiz.
Das Minenschutzsystem erwies sich als wirkungsvoll. Speziell gegen gängige Antipanzerminen bietet es dem Leopard 2 ein hohes Schutzniveau und damit der Besatzung bestmöglichen Schutz bei der Detonation einer Panzermine unterhalb des Fahrzeuges. Die ersten Kampfpanzer mit dieser Umrüstung wurden am 7. Juli 2004 an das deutsche Heer ausgeliefert.
Nutzung bei der Bundeswehr und Einsatz
Hauptwaffensystem der Panzertruppe ist der Kampfpanzer Leopard 2; Hauptaufgabe ist der Kampf gegen Panzerverbände im offenen Gelände. In der Folge des Kosovokrieges kam er erstmals bei KFOR zum Einsatz. Auch bei der multinationalen NATO Enhanced Forward Presence (eFP) Battlegroup in Litauen ist der Leopard 2 im Einsatz. An der Schule gepanzerte Kampftruppen in Munster wird fachkundiges Personal für den Kampfpanzer Leopard 2 A7V für den Einsatz in der Truppe ausgebildet. Die 120-Millimeter-Geschosse der neuen HE-Munition sind tempierbar – sie lassen sich für verschiedene Einsatzszenarien programmieren, wobei die Wirkung im Ziel von der gewählten Zündereinstellung abhängt, was vor allem im urbanen Umfeld den taktischen Einsatzwert des Kampfpanzers erhöht.
Quellen (8)
- bundeswehr.de – Ausrüstung und Technik: Der Kampfpanzer Leopard 2
- bundeswehr.de – Kampfpanzer Leopard: Die Versionen der Bundeswehr
- bundeswehr.de – Leopard 2 A8 – der modernste Kampfpanzer der Bundeswehr
- bundeswehr.de – Kampfpanzer Leopard 2 bekommt unsichtbaren Schutzschild
- bundeswehr.de – Kampfpanzer Leopard 2 A7V der Bundeswehr
- bundeswehr.de – Ausbildung am Kampfpanzer Leopard 2 A7V
- bundeswehr.de – 64 Tonnen Kampfkraft: So funktioniert der Leopard 2
- de.wikipedia.org – Leopard 2

