Raketenwerfer MARS

Das System MARS II ist momentan das einzige Waffensystem des indirekten Feuers, welches den Forderungen des neuen Einsatzspektrums durch die Fähigkeit zum Verschuss von Präzisionsmunition gerecht wird. Entwickelt wurde das Mittlere Artillerieraketensystem (MARS) in den 80er Jahren in den USA, als Multiple Launch Rocket System (MLRS), anschließend wurde es in Europa und den USA gefertigt.

Mit dem System MARS ist eine hochpräzise Bekämpfung von Einzel und Flächenzielen in einer Entfernung von 16 bis 85 Kilometer möglich. MARS ist eine autonome Flächenfeuerwaffe mit einer dreiköpfigen Besatzung, das in der Regel halbzugweise eingesetzt und über Datenfunk durch die Zugfeuerleitstelle ARES (Artillerie-Raketen-Einsatz-System) geführt wird.

Die Treffergenauigkeit ist bei einer Reichweite von 16 bis 85 Kilometer besser als fünf Metern radial um das Ziel. Die Realisierung des neuen Feuerleitsystems European Fire Control System (EFCS) ist integraler Bestandteil einer umfassenden Kampfwerterhaltung (KWE) für das Waffensystem MARS. EFCS ist Grundvoraussetzung für den Verschuss der hochpräzisen GMLRS-Lenkraketen.

Das System ist auch in Gelände mit Infrastruktur einsetzbar.

Raketenwerfer Mars

©Bundeswehr/Mandt

Die technischen Neuerungen

Der Antrieb der Waffenanlage wurde von elektrohydraulisch auf einen elektrischen Richtantrieb vom Typ Electric Launch Drive System (ELDS) umgestellt. Dies verbessert die Richtgeschwindigkeit sowie die Zeit zum Be- und Entladen um bis zu 60% und reduziert somit die Zeit, welche der Raketenwerfer in der Feuerstellung verbleiben muss, um mehr als die Hälfte. Äußerlich ist der Mars II vom Mars I nur durch die „Neue“ GPS Antenne auf dem Dach zu unterscheiden.

Für die Besatzung wurde die Bedienung deutlich intuitiver gestaltet. Das Fire Control Panel wurde im Rahmen der Integration des Europäischen Feuerleitsystems (EFCS) durch die Main Control Unit (MCU) ersetzt. Die MCU besteht aus einem Kompaktrechner und einem 17 Zoll TFT-Touchscreen oder Berührungsbildschirm mit Karten-Lage-Modul. Im Mars II wurde zur Verbesserung der Navigation eine Precision Navigation Unit, eine hydraulische GPS gestützte Trägheitsnavigationsanlage, die weiterhin mit einem Initial Navigation System arbeitet, welches durch GPS gestützt wird, ausgerüstet. In Kombination mit dem Karten-Lage-Modul lässt sich die Position des Raketenwerfers jederzeit auf dem Bildschirm verfolgen, womit eine Navigation im Gelände für die Besatzung vereinfacht wird. Des Weiteren kann sich der System-Bediener seine eigene Position, festgelegte Nachladeplätze der Munition und verschiedene Feuerstellungen auf dem Monitor anzeigen lassen. Durch einen integrierten Ballistik-Rechner bietet das System die Möglichkeit, die Flugbahn eines Geschosses exakt zu berechnen. Dies ist von großer Bedeutung, denn dadurch wird angezeigt ob aus dieser Feuerstellung überhaupt die befohlene Wirkung im Ziel erreicht werden kann.

Technische Daten des Raketenwerfer MARS II
Motor: 8-Zylinder-Viertakt Diesel mit Direkteinspritzung
Höchstgeschwindigkeit: 50 km/h
Fahrbereich: ca. 400 km
Länge: 7,07 m
Breite: 3,10 m
Höhe: 2,87 m
Gewicht:
  • ohne Munition und ohne Bordausstattung: ca. 21,2 t
  • mit Munition (Panzerabwehrminen): ca. 25,5 t
Besatzung: 3 Soldaten
Kaliber: 227/237 mm (abhängig von Munitionssorte), 12 Raketen
Schußentfernung: je nach Munitionstyp zwischen 14 und 84 km
Feuergeschwindigkeit: 12 Raketen in 55 s
Munition:
  • Minenrakete AT-2 mit 28 Hohlladungsminen AT-2; Reichweite bis 38,5 km
  • GMLRS Unitary; Reichweite bis 84 km

Bild: Bundeswehr/Mandt

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