Schützenpanzer Marder

Der Marder 1 A3 wurde von der Panzergrenadiertruppe als Schützenpanzer übernommen und mit weiterer Ausrüstung ausgestattet. Die zusätzliche Ausrüstung erlaubt es den Marder auch als beobachterfahrzeug zu nutzen. Zu dieser Ausstattung gehört unter anderem ein weiteres Funkgerät SEM 90, ein GPS Empfänger, modifizierte Antennen, eine Halterung für das Zielortungsgerät TZG 90 sowie ein Feldrechner MRT 86.

Das Marienberger Panzergrenadierbataillon 371 fährt mit einem Marder 1 A5 im Rahmen der Übung Falcon Viking zusammen mit anderen Nationen der Eingreiftruppe VJTF (Very High Readyness Joint Task Force) auf dem Truppenübungsplatz Bergen, am 31.05.2015. Bild: Bundeswehr/Wolfram Skupio

Der Beobachtereinsatz ist damit sowohl abgesessen, als auch direkt vom Fahrzeug möglich. Die medienbruchfreie Übertragung der mit Hilfe des TZG 90 ermittelten Zieldaten, erfolgt mittels MRT 86 und SEM 90 per Datenfunk an das FüWES ADLER.Im Vollkettenfahrzeug Schützenpanzer Marder finden bis zu 9 Soldaten Platz, die Absitzstärke beträgt dabei 6 Soldaten.

Die Kampfwertsteigerungen des Marders im Überblick:

1. Kampfwertsteigerung (1979­-1982)

Marder A1A bzw. Marder A1

Nachrüstung mit Doppelgurtzuführer (für HEI- und AP-Munition),
teilweise zusätzlich Einrüstung von passiven Nachtsehgeräten.
2. Kampfwertsteigerung (1984­-1989)

Marder 1 A2 (1462 Fahrzeuge)

Nachrüstung mit WBG für Richtschützen, Hecklafette entfällt.
3. Kampfwertsteigerung (1989-1998)

Marder 1A3 (2097 Fahrzeuge)

Zusatzpanzerung für Wanne und Turm,
Änderung: Heckklappe, Staukästen außen
Entfall: Kugelblenden, Warmwasserheizung
Verlagerung: Maschinengewehr
Geändert: Bedienkonzept Munitionszuführung, – lagerung, Waffenträger, Notbetrieb, Ergonomie, Bremsanlage, Laufwerk

4. Kampfwertsteigerung (2002-2003)

Marder 1 A5 (74 Fahrzeuge)

Der Wannenboden wurde mit einer adaptiven Schutzplatte verschweißt und der gesamte Innenraum neu konfiguriert. Das bislang am Fahrzeugboden befestigte Sitzgestell musste wegen der dynamischen Verformung des Bodens bei einer Minendetonation an der Decke befestigt und mit Fußstützen ausgerüstet werden. Nun kann die Besatzung wirkungsvoll vor den im Innenraum freiwerdenden Kräften, sowie vor möglichen Sekundärsplitterwirkungen, geschützt werden.

Wegen der Gewichtszunahme auf ein jetzt zulässiges Gesamtgewicht von 38,5 Tonnen wurde der Schützenpanzer Marder 1 A5 mit einem modifizierten Laufwerk, einem leistungsgesteigerten Bremssystem und einer breiteren Gleiskette ausgestattet.

Soldaten der 3. Kompanie des Jägerbataillons 292 der Deutsch-Französischen Brigade trainieren das Gefecht auf dem Truppenübungsplatz Altmark im Rahmen der Vorbereitung für den Einsatz bei Enhanced Forward Presence, am 29.03.2017. Bild: Bundeswehr/Jana Neumann

Technische Daten des Schützenpanzer Marder

Motorleistung:441 kW/600 PS
Geschwindigkeit:65 km/h
Fahrbereich:460 km
Besatzung:3 + 6
1 Kommandant
1 Richtschütze
1 Fahrer
6 Panzergrenadiere
Bewaffnung:Maschinenkanone 20 mm
Maschinengewehr MG3
Panzerabwehrwaffe MILAN
Maße6.880 mm (Länge)
3.380 mm (Breite)
3.225 mm (Höhe)
Gefechtsgewicht:38,5 t

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