Schulungshubschrauber (SHS) EC 135

Den EC 135 nutzt die Bundeswehr als Schulungshubschrauber für die Ausbildung künftiger Piloten. Der Airbus Helicopters H135 (bis 2014 Eurocopter EC135) ist ein leichter zweimotoriger Mehrzweckhubschrauber, der vom DASA-Konzern entwickelt wurde, der später in Eurocopter Deutschland aufging. Der Schulungshubschrauber vom Typ EC 135 löste im September 2000 das bisherige Modell Alouette II ab.

Entwicklung und Geschichte

Der EC 135 flog erstmals im Februar 1994 und wurde aus dem Prototyp Messerschmitt-Bölkow-Blohm (MBB) Bo 108 entwickelt; 1996 trat er in den Dienst. Im Rahmen der Entwicklung kamen hauptsächlich die Fly-by-wire-Steuerung und ein neuer gelenk- und lagerloser Hauptrotor hinzu, der Vibrationen auf ein Minimum reduziert. Die vorrangige Absicht bei der Beschaffung durch die Bundeswehr war es, Piloten auf einem Hubschraubertyp zu schulen, der wegen seines Cockpits geeignet ist, den späteren Umstieg auf die mit ähnlichen Cockpits ausgerüsteten Muster Eurocopter Tiger und NH90, aber auch die Sikorsky CH-53GA zu erleichtern.

Technische Ausstattung

Der EC 135 verfügt über zwei Triebwerke, ein digitales Cockpit, einen Autopiloten und ein Flug-Management-System (FMS) – ein Computersystem, das In-Flight-Aufgaben automatisiert. Die Zelle des EC 135 ist zum größten Teil aus CFK gefertigt. Die Bundeswehr beschaffte zur Erstausbildung eine spezielle „hochbeinige“ Version des EC135 T1 mit hohem Kufenlandegestell, wie es auch bei den EC135 der Bundespolizei und den Zivilschutz-Hubschraubern des Bundesministeriums des Innern verwendet wird.

Technische Daten

TypLeichter zweimotoriger Mehrzweckhubschrauber
HerstellerAirbus Helicopters (ehem. Eurocopter)
ErstflugFebruar 1994
Höchstgeschwindigkeit141 Knoten (261 km/h)
Reichweite700 km
Startgewichtca. 2.500 kg

Nutzung bei der Bundeswehr

Auf dem Schulungshubschrauber EC 135 lernen die Flugschüler in der Grundausbildung für Hubschrauberführer innerhalb von zwölf Monaten, einen Helikopter nach Sichtflugregeln zu beherrschen. Zusätzlich erhalten die Soldaten und Soldatinnen auch die Qualifikation für den Instrumentenflug und den Sensorflug im Nachttiefflug. Das Internationale Hubschrauberausbildungszentrum (IntHubschrAusbZ) auf dem Heeresflugplatz Bückeburg ging am 1. Juli 2015 aus der Heeresfliegerwaffenschule hervor; es ist dem Kommando Hubschrauber der Division Schnelle Kräfte unterstellt und verantwortlich für die fliegerische Grundausbildung der Hubschrauberpiloten aller Teilstreitkräfte. Der Bestand umfasst 13 Eurocopter EC 135 zuzüglich 7 angemieteter Airbus Helicopters H135 T3; die EC 135 wird ausschließlich zur Pilotenausbildung genutzt. Gleichzeitig werden in Bückeburg Luftfahrzeugführer verbündeter Nationen, allen voran Schweden, Belgien und die Niederlande, an Hubschraubern ausgebildet. Mit der laufenden Beschaffung des H145M LUH sollen die zur Ausbildung eingesetzten Hubschrauber der Varianten EC 135, H145 und Bell 206 mittelfristig aus dem Dienst genommen werden.

Bild: ©Bundeswehr/Eisner

Quellen (5)
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