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Bei der NATO Übung SWIFT RESPONSE handelt es sich um ein Manöver, welches eine direkte Antwort auf die veränderte Bedrohungslage darstellt. Insbesondere an den Ostgrenzen der NATO nimmt die Stabilität rapide ab, die Bündnisstaaten vertrauen auf die NATO-Doktrin. Eine flexible Antwort wäre beispielsweise das rechtzeitige Verlegen von luftbeweglicher Infanterie innerhalb der Bündnisstaaten. Sobald die Fernmeldeaufklärung oder die Satellitenbeobachtung entsprechende Kommunikations- oder Bewegungsmuster (beispielsweise an der polnischen oder türkischen Grenze) müsste die entsprechende Speerspitze der Verteidigung schnell verlegt werden können. Swift Response besteht deshalb im Wesentlichen aus einem Einsatzszenario für Fallschirmjäger und Luftlandetruppen.

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Absetzübung der trinationalen Task Force Cerberus im Rahmen der multinationalen Übung Swift Response 2015 auf dem Truppenübungsplatz Hohenfels, am 26.08.2015. © Bundeswehr/Marco Dorow

Faszination Kameradschaft und Fallschirmspringen erleben

Etwa 5.000 Soldaten neben an Swift Response im Zeitraum vom 15. August bis zum 17. September 2015 teil und können hier ihre erlernten Fähigkeiten unter einem realistischen Einsatzszenario zeigen und den Wissensstand fetsigen. Trotz der nicht ztu vermeidenden Lärmbelästigung in der Region um Hohenfels hat Swift Response auch einen Vorteil für die Anleger: Sie sehen, dass die Freiheit und die westlichen Werte tatsächlich verteidigt werden können. Gerade im Hinblick auf ein sich möglicherweise zuspitzendes Ukraine-Szenario ist dieses Wissen hilfreich. Als weitere vertrauensbildende Maßnahme hat das Bündnis zudem vor kurzem in Vilnius ein regionales Hauptquartier in Betrieb genommen, um den Status der baltlischen Länder als NATO-Mitgliedsländer auch deutlich nach außen kommunizieren zu können.

In der Verwendung als Fallschirmjäger verbindet sich das Erlebnis der Kameradschaft mit dem den Körper und die Psyche wahrlich herausfordernden Fallschirmsport. Swift Response ist eine multinationale Übung der NATO und steht – nach vielen Jahren Unterbrechung – wieder unter dem Kommando der 82. US Luftlandedivision. Der deutsche Anteil spiegelt die erheblich gesteigerte Leistungsfähigkeit wider, die sich unter anderem in der Ausstattung, der Ausbildung und der Bezeichnung „Division Schnelle Kräfte“ widerspiegelt. Innerhalb des Luftlandegefechtsverbandes Cerberus kommt das Fallschirmjägerregiment 31 aus Seedorf zum Einsatz. Die Division stellt sich selbstbewusst der Aufgabe binnen Stunden oder Tagen verlegt werden zu können und stellt dies bei Swift Response auch unter Beweis.

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Absetzübung der trinationalen Task Force Cerberus im Rahmen der multinationalen Übung Swift Response 2015 auf dem Truppenübungsplatz Hohenfels, am 26.08.2015. © Bundeswehr/Marco Dorow

Das Fallschirmjägerregiment 31 lebt während der Übung Swift Response die Kameradschaft ganz bewusst auch auf internationaler Ebene. Zusammen mit polnischen luftbeweglichen Kräften, niederländischen Fallschirmjägern und Soldaten aus
Bulgarien, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Italien, Portugal und Spanien. Das Fallschirmjägerregiment gehört in seiner Zuordnung zur Division Schnelle Kräfte zur Luftlandebrigade 1 und stellt damit einen bedeutenden Anteil an den Krisenreaktionskräften. Diese sind insbesondere für Bündnisfälle und den Einsatz außerhalb des Bundesgebietes vorgesehen, während die klassischen Bodentruppen eher den Hauptverteidigungskräften zuzuordnen sind.

Vertrautheit auch mit den Geräten und Einsatzmitteln der Bündnispartner

Die Übung Swift Response hat auch deshalb eine nachhaltige Wirkung auf den Ausbildungsstand und die Motivation der teilnehmenden Soldaten, weil hier Sprach-, Taktik- und Materialbarrieren zwischen den einzelnen Armeen der teilnehmenden Länder überwunden werden können. So gibt es beispielsweise Eingewöhnungsprünge, damit polnische luftbewegliche Kräfte die Fallschirme und die Ausrüstungsgegenstände der Bundeswehr kennenlernen können. Wissen und Erfahrungen werden auch zwischen bereits einsatzerfahrenen Kräften und jüngeren Soldatinnen und Soldaten ausgetauscht. Swift Response ist auch ein Übungsszenario, welches Leben retten kann: Wenn hier Fehler bei der Behandlung und dem Abtransport der „Übungs-Verwundeten“ passieren, dann lässt sich dies im Debriefing wesentlich einfacher korrigieren, als ihm echten Einsatzszenario unter Konfliktbedingungen. Die Sprachbarriere wird von mehrsprachigen Soldatinnen und Soldaten oder auch von Sprachmittlern der Bundeswehr überwunden. Besondere Bedeutung hat auch die Einübung des Funkverkehrs und der Kommunikation zwischen den einzelnen Bündnispartnern.

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Absetzübung der trinationalen Task Force Cerberus im Rahmen der multinationalen Übung Swift Response 2015 auf dem Truppenübungsplatz Hohenfels, am 26.08.2015. © Bundeswehr/Marco Dorow

Unterschiedliche Luftfahrzeuge aus den NATO-Staaten stehen zur Verfügung

Bei der Übung werden unterschiedliche Luftfahrzeuge genutzt, teilweise zum Absetzen von Fallschirmjägern aus größeren Höhen. Insbesondere bei der US-Komponente wird aber auch eine Vielzahl an Hubschraubern eingesetzt, die auch ein schnelles Absetzen von Infanteristen direkt vor Ort und auch ein schnelles Ausfliegen nach Erfüllung des Einsatzauftrages ermöglichen. Bei den deutschen Fallschirmjägern sind insbesondere die Transall-Turboprop-Maschinen sowie unterschiedliche Helikopter mit großer Nutzlast im Einsatz.

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Fallschirmjäger des 6. Fallschirmjägerregiments 26 aus Zweibrücken im Gefecht mit plötzlich auftretendem Feind im Rahmen der multinationalen Übung Swift Response 2015 auf dem Truppenübungsplatz Hohenfels, am 27.08.2015. © Bundeswehr/Marco Dorow

Titelbild: Bundeswehr/Jane Hannemann

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