TCCC: Kämpfen, Versorgen, Evakuieren

Bild: Bundeswehr / Jana Neumann

Regelmäßig trainieren Spezialkräfte von Bundeswehr, Polizei und ausländischer Sicherheitsorgane gemeinsame für ihre Einsätze. Ebenso beim TCCC-Symposium in Pfullendorf, organisiert Ausbildungszentrum Spezielle Operationen (AusbZSpezlOp), welches alle zwei Jahre stattfindet. Doch als Laie kann man sich unter TCCC wenig vorstellen. TCCC steht im deutschen für die Taktische Verwundetenversorgung, also lebensrettende Maßnahmen im Kampf.

Oberstes Ziel: Leben erhalten

Die Ausgangslage für eine sanitätsdienstliche Versorgung nach dem TCCC ist immer ein Gefecht oder ein Anschlag, bei dem es zu einem oder mehreren Verletzten kommt. In dieser noch nicht gesicherten Szenerie besteht weiterhin Gefahr für die eingesetzten Kräfte, durch feindliche Kämpfer oder weitere Sprengfallen – oftmals befinden sich die Soldaten zudem noch im Gefecht und im Aufbau einer Sicherung. Das Ziel der Taktische Verwundetenversorgung ist es, trotz dieser Lage, Verwundete mit lebensrettenden Maßnahmen am Leben zu halten , weitere Verwundete zu vermeiden und den eigentlichen Auftrag fortführen zu können.

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Den Feind bekämpfen

Das gesamte Verfahren gliedert sich in drei Schritte: Care under Fire, Tactical Field Care und MedEvac. Die Schritte Care under Fire, Tactical Field Care dienen vor allem dazu das Gefecht weiter zu führen und den Feind zu vernichten oder Feuerüberlegenheit zu erlangen und möglichst keine weiteren Verletzten oder Tote beklagen zu müssen. Deshalb werden hier die Soldaten und Soldatinnen im Schwerpunkt den Feind bekämpfen.

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Verletzte Kräfte werden nur auf nötigste versorgt, sprich lediglich lebensbedrohliche Blutungen werden in dieser Phase gestillt. Oftmals kommen dabei Tourniquets zum Einsatz, mit denen die Blutungen an den Extremitäten abgebunden werden um die Blutung sofort zu stoppen. Nach Möglichkeit bringen die versorgenden Soldaten die Verwundeten noch in die erste Deckung, wenn es die nicht verwundeten Kameraden nicht gefährdet.

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Jetzt wird versorgt

Sind die Verwundeten in der Deckung, beginnt die eigentliche Versorgung. Bei einem Einzelfall wird sofort versorgt. Kommt es zu einem Massenanfall von Verletzten, muss triagiert werden.

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Die Verletzten werden dazu in fünf Behandlungskategorien eingeteilt. Rot sind die Schwerstverletzten, die sofort medizinisch versorgt werden müssen, da sie sonst sterben. Gelb sind die, die in naher Zeit medizinisch versorgt werden müssen und grün sind die leicht Verletzten. Blau Markierte sind die, die mit Sicherheit sterben werden und schwarz sind die Toten. Nur diese Kategorisierung sorgt dafür, dass die knappen personellen und materiellen Ressourcen zielgerichtet einsetzen zu können.

Bei den roten und gelben Patienten gehen die Retter dann nach dem Algorithmus „Treat first, what kills first“ vor – also „Behandle zuerst, was zuerst tötet“. Das sind vor allem die Blutstillung und das Sichern der Atemwege sowie die Aufrechterhaltung des Herz-Kreislaufsystems. Ist mehr Zeit, können auch weitere medizinische Maßnahmen vor Ort erfolgen, wie die Gabe von Schmerzmitteln.

MedEvac als letzten Schritt

Sind die Verwundeten stabilisiert und transportfähig, ist das vorrangige Ziel sie schnell in eine medizinische Einrichtung zu verlegen, damit sie dort fachärztlich behandelt werden können. Dies geschieht mittels MedEvac – also der medizinischen Evakuierung. Die medizinische Evakuierung muss hier auch schnell erfolgen. Man spricht dabei auch von der „Golden Hour“ – wonach die Überlebenschancen für die Verwundeten Kräfte am höchsten sind, wenn sie innerhalb der „Golden Hour“ in die medizinischen Einrichtungen kommen. Daher kommen in den meisten Fällen auch Hubschrauber zum Einsatz, die über eine medizinische Ausrüstung verfügen.

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